19.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Starkes Pflichtspiel-Comeback in Münster - FC Bayern sucht dennoch Innenverteidiger Badstuber wie ein Neuzugang

Holger Badstuber (Mitte) ist zurück: Das Pflichtspiel-Comeback des so lange verletzten Bayern-Abwehrspielers fiel sehr ordentlich aus. Torschütze Mario Götze (rechts) und Philipp Lahm jubeln in dieser Szene über den Treffer zum 1:0 in der Pokalpartie bei Preußen Münster. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Holger Badstuber strahlte - und nach seinem geglückten Pflichtspiel-Comeback mehr als 20 Monate nach dem ersten von zwei Kreuzbandrissen hatte er allen Grund dazu. "Es hat riesig Spaß gemacht, ein Sieg ist rausgesprungen - ein guter Tag", resümierte der 25 Jahre alte Fußball-Nationalspieler, dessen Rückkehr in den Wettkampfbetrieb am Sonntag beim 4:1-Sieg des FC Bayern München beim Drittligisten Preußen Münster einer der emotionalen Momente der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde war.

Pep Guardiola, der den Innenverteidiger in München bislang nur verletzt gekannt hatte, war ebenfalls berührt. "Im letzten Spiel hatten wir die schlimme Nachricht mit Javi. Jetzt haben wir die schöne Nachricht mit Badstuber. Ich freue mich für ihn", sagte der Trainer. Der Spanier hatte Badstuber nach dem Martínez-Ausfall in die Dreierkette neben Weltmeister Jérome Boateng und Dante gestellt.

Der Rückkehrer hielt 78 Minuten durch. Er wirkte erstaunlich souverän, leistete sich nur wenige Passfehler im Aufbauspiel und verteidigte solide. Bei seiner Auswechslung applaudierten sogar viele Preußen-Fans. "Er hat gut gespielt. Wir haben seine Qualität, seinen linken Fuß und seine Persönlichkeit gesehen. Er hat viel gekämpft", lobte auch Guardiola seine neue Abwehr-Option: "Das ist nicht einfach, wenn du einen Kreuzbandriss hattest und danach noch eine neue Operation."

Badstuber ist wie ein Neuzugang, den der FC Bayern trotzdem nach dem langfristigen Ausfall des vielseitigen Defensiv-Spezialisten Martínez weiter sucht. Denn hinter Badstuber bleibt ein Fragezeichen, ob und wie schnell er wieder den dauerhaft großen Belastungen in der Bayern-Tretmühle mit Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal und womöglich irgendwann wieder Länderspielen standhalten kann. Selbst Badstuber äußerte darum Verständnis, dass nach einem weiteren Abwehrmann gefahndet wird: "Es ist doch normal, dass sich der Verein umsieht."

Guardiola will noch einen weiteren großen Innenverteidiger mit einem starken rechten Fuß neben Boateng haben. Dante und auch Badstuber sind Linksfüßler. Zu dem Thema hielt sich der Bayern-Coach in Münster zurück. Oben auf der Kandidatenliste soll Mehdi Benatia stehen. Der Marokkaner ist 27, Nationalspieler, Rechtsfuß, hat beim AS Rom aber noch einen langfristig gültigen Vertrag bis 2018. Billig wäre Benatia also nicht zu haben - auf rund 30 Millionen Euro wird er taxiert.

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