22.02.2018 - 21:14 Uhr
Deutschland & Welt

Stutm vor Eishockey-Halbfinale optimistisch "Wir haben das größere herz"

Die Zuversicht ist groß. Die Euphorie in der Heimat auch. Nach der Olympia-Sensation gegen Schweden sind Deutschlands Eishockey-Cracks heiß auf eine Medaille. Das aktuelle Team und die Bronze-Gewinner von 1976 glauben an den nächsten Coup gegen Kanada.

Bundestrainer Marco Sturm vor dem Olympischen Dorf: Er ist optimistisch und glaubt an den Einzug ins Finale. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Nur noch ein Sieg. Die nie für möglich gehaltene Olympia-Medaille ist zum Greifen nah und Deutschlands Eishockey-Cracks sind bereit, noch größere Geschichte zu schreiben. Am Tag vor dem bislang wichtigsten Spiel ihrer Karriere im olympischen Halbfinale gegen Olympiasieger Kanada (13.10 Uhr/ARD und Eurosport) beschwor die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm ihren Teamgeist. "Kanada ist besser bestückt als wir, aber wir haben das größere Herz", sagte Sturm zur Aussicht auf die erste olympische Medaille seit dem Bronze-Gewinn vor 42 Jahren.

Ein Tag frei

"Das sind Träume, aber Träume können auch wahr werden. Das war nur der erste Schritt. Wir wollen mehr", sagte Sturm - und gab seinen Helden einen Tag frei. Wie schon vor dem Alles-oder-nichts-Spiel um den Viertelfinaleinzug gegen die Schweiz (2:1 nach Verlängerung) machte sich das Team auf den Weg zum Strand des südkoreanischen Ostmeeres. "Wir haben gesagt, wir gehen mal raus, atmen die frische Meeresluft ein und gehen mal ein bisschen spazieren", sagte Verteidiger Yannic Seidenberg. Den Kopf frei bekommen und die Aufregung vergessen. Längst hat die Spieler der Rummel um ihre wundersame Erfolgsserie in Pyeongchang vor allem aus der Heimat, aber auch aus anderen Teilen der Welt erreicht. "Ich habe mittlerweile drei Telefone. Die waren alle drei voll", sagte Sturm am Tag nach der Viertelfinal-Sensation beim 4:3 nach Verlängerung gegen Weltmeister Schweden, das eine neue Eishockey-Euphorie in Deutschland auslöste.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist drauf und dran, die sensationelle Bronze-Medaille von 1976 noch zu toppen. DEB-Präsident Franz Reindl (63), stuft den Einzug ins erste olympische Halbfinale überhaupt jetzt schon als größeren Erfolg ein. "Das heute ist eine total andere Welt. Das sind heute noch viel mehr Hürden als damals", sagte Reindl und berichtete von begeisterten Anrufen seiner Ex-Mitspieler Schloder und Udo Kießling. "Jeder weiß, was es bedeutet, bei so einem Turnier so weit zu kommen. Da ist großer Respekt von der Generation, die damals gespielt hat", sagte der sichtbar stolze DEB-Chef. Vor 42 Jahren hatte sich sein Team Bronze in einer Sechserrunde erspielt.

Glückwunsch von Müller

"Wenn man heute als Außenseiter so weit kommt, dann ist die Aufmerksamkeit schon riesig. Das spüren wir auch", sagte Reindl. Bereits nach Spielende gegen Schweden hatte sogar Fußball-Weltmeister Thomas Müller begeistert getwittert: "Sensationell! Halbfinale Gratulation ans deutsche Eishockeyteam zu diesem großartigen Erfolg!!!" Und Lukas Podolski schrieb: "Jaaaaaaa !!! Wahnsinn Glückwunsch Jungs."

Auch die bei Olympia verhinderten deutschen NHL-Stars wie Leon Draisaitl, Dennis Seidenberg und Tobias Rieder halten es in Nordamerika kaum aus und überfluten ihre Kollegen aus dem Nationalteam mit Glückwünschen und Unterstützungen. "Er hat es mit den Jungs morgens in der Kabine geschaut und dann direkt aus der Kabine angerufen", sagte Seidenberg über seinen Bruder Dennis, der die Sensation in New York nach dem Training der Islanders geguckt hatte. NHL-Topstar Leon Draisaitl war ebenfalls hin und weg. "Das ist etwas ganz besonderes für so eine kleine Eishockey-Nation wie Deutschland."

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