06.02.2018 - 22:40 Uhr
Deutschland & Welt

Talent in die Wiege gelegt Erfolgreiches Skisprung-Trio in Erlabrunn geboren

Pyeongchang. Wenn einem Talent wirklich in die Wiege gelegt werden kann, müssen sie davon im sächsischen Erlabrunn jede Menge zu verteilen haben. In einer kleinen Klinik im Erzgebirge sind nicht nur die Olympiasieger Jens Weißflog und Sven Hannawald geboren, sondern auch die deutsche Pyeongchang-Hoffnung Richard Freitag.

Ob der Geburtsort über das Talent entscheidet? Im Fall der Skispringer Jens Weißflog, Sven Hannawald und Richard Freitag trifft das auf jeden Fall zu. Die drei sind im gleichen Krankenhaus im sächsischen Erlabrunn geboren worden. Bild: Arne Dedert/dpa
von Agentur DPAProfil

"Wir sind stolz auf diese Entwicklung. Dass aus unseren Babys erfolgreiche Sportler werden, macht uns eine große Freude", sagt Constanze Fisch, Geschäftsführerin der Klinik Erlabrunn. Wenn der Sachse Freitag in Südkorea um Gold springt, wird auch im Krankenhaus gebannt mitgefiebert.

Etwa 400 Mütter entbinden jährlich in der Klinik - und alle 15 Jahre scheint ein großer Skisprung-Champion dabei zu sein. "Es ist eine schöne Geschichte", sagt auch Freitag. Der 26-Jährige wird häufig auf das Thema angesprochen. "Wenn wir nicht ganz so weit auseinander wären, würde ich sagen, es war eine gute Hebamme", sagte der aktuell beste deutsche Skispringer über den Zusammenhang zwischen ihm und dem 17 Jahre älteren Hannawald.

Tatsächlich gehen die Hebammen in ihrer Freizeit auch gemeinsam auf die Skipiste, das Thema Wintersport ist bei der Arbeit ein großes. Bei Sportlern, die in der Klinik geboren sind, wird "nochmal besonders genau hingeschaut", fügt Hebmme Kathrin Rothe an.

Gerade zu den Freitags pflegt die Klinik eine extrem enge Verbindung. Die Eltern des Skispringers arbeiteten beide dort, Vater Holger als Orthopäde, Mutter Diana lange Jahre als Krankenschwester. "Bei den Hebammen sind einige dabei, die das nicht nur mit Interesse, sondern auch mit Liebe verfolgen", sagt Geschäftsführerin Fisch.

Nach dem Gesetz der Serie müsste nach Weißflog (1984, 1994) und Hannawald (2002) nun auch Freitag Olympiasieger werden. Seine Chancen in Pyeongchang stehen gut, der Sachse springt bisher die beste Saison seiner Karriere. Auch der Kombinierer Björn Kircheisen, der zum fünften Mal bei Olympia antritt, ist in der Klinik geboren.

Ist denn nach Weißflog (Jahrgang 1964), Hannawald (1974) und Freitag (1991) schon der nächste Champion in Sicht, der in Erlabrunn geboren wurde? Tatsächlich. Auch Selina, die kleine Schwester von Richard Freitag, erblickte dort 2001 das Licht der Welt. Erst am Wochenende belegte sie bei der Junioren-Team-WM der Skisprung-Frauen mit dem DSV-Team Rang vier. 2022 in Peking könnte sie dafür sorgen, dass Hebammen im Dienstzimmer wieder mitfiebern.

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