15.02.2018 - 20:06 Uhr
Deutschland & Welt

Thomas Dreßen wird in der Abfahrt Fünfter, Rebensburg verpasst im Riesenslalom die Medaillen Missglückter Alpin-Tag

Der Super-Donnerstag wird für die deutschen Alpinen nicht der erhoffte olympische Festtag: Thomas Dreßen wird in der Abfahrt Fünfter, Rebensburg verpasst im Riesenslalom die Medaillen knapp. In den restlichen acht Rennen sind die Deutschen Außenseiter.

Viktoria Rebensburg legte sich mächtig ins Zeug. Aber irgendwo auf der Strecke patzte sie. So fehlten ihr am Ende zwölf Hundertstelsekunden auf Rang drei. Bild: Joel Marklund/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Thomas Dreßen wertete Olympia-Platz fünf in der Königsdisziplin als mutmachenden Erfolg, für Viktoria Rebensburg war das knapp verpasste Podium ihre bitterste Niederlage. Das deutsche Ski-Team ist am aussichtsreichsten Tag der Winterspiele von Pyeongchang am anvisierten Edelmetall vorbeigefahren. Die Alpinen haben damit die ersten medaillenlosen Winterspiele seit 2006 zu befürchten.

Nachdem sich Dreßens Medaillentraum in der Abfahrt zerschlagen hatte, schmerzte Rang vier von Sieganwärterin Rebensburg im Riesenslalom so richtig. "Es ist extrem schade", sagte die Oberbayerin. Ein Fahrfehler kosteten sie das Podium und den möglichen Sieg. Alpinchef Wolfgang Maier sprach von einer "großen Enttäuschung". Zwölf Hundertstelsekunden fehlten Rebensburg zu ihrem dritten Podium bei Olympia nach Gold 2010 und Bronze 2014. "Es ist natürlich bitter", sagte die beste Riesenslalom-Fahrerin dieser Weltcup-Saison. Stattdessen ließen sich Siegerin Mikaela Shiffrin aus den USA, die zweitplatzierte Norwegerin Ragnhild Mowinckel und Federica Brignone aus Italien feiern. "Das hätte ich nicht noch mal gebraucht", meinte Rebensburg, die auch bei der WM-Abfahrt 2017 Vierte geworden war.

Die Vorfreude auf den Super-G am Samstag hielt sich entsprechend in Grenzen. Statt mit Medaillen-Schwung in die restlichen Spiele zu gehen, ist Rebensburg jetzt schon auf Wiedergutmachungsmission. "Das wird so ein bisserl eine Wundertüte", meinte die Olympiasiegerin von 2010 vor dem ersten Speed-Event. "Ich habe die letzten Wochen nicht in der Disziplin trainiert, von daher muss man abwarten." In ihren nächsten Starts in Pyeongchang ist die Kreutherin nur Außenseiterin.

Vom Underdog zum Mitfavoriten hatte sich Dreßen entwickelt und war entsprechend selbstbewusst in die Abfahrt gegangen. Das verpasste Podest wurmte ihn zwar zunächst - dann aber fand der Senkrechtstarter schnell das Positive an seinem Rennen. "Ich habe wieder gezeigt, dass ich mich etabliert habe in der Weltspitze und werde alles daran setzen, dass ich da bleibe", betonte er. Gegen Sieger Aksel Lund Svindal, dessen norwegischen Landsmann Kjetil Jansrud und den drittplatzierten Schweizer Beat Feuz war Dreßen diesmal chancenlos. "Im ersten Moment war ich schon enttäuscht, dass es für keine Medaille gereicht hat. Aber am Ende des Tages Fünfter zu sein, ist nicht so schlecht", räumte er ein. 0,78 Sekunden fehlten dem Olympia-Debütanten auf Gold. "Vor mir ist keiner jünger als ich, das sind alles erfahrene Läufer", erinnerte Dreßen. Zuletzt war von den deutschen Herren Markus Wasmeier als Abfahrts-Vierter bei Olympia 1992 ähnlich weit vorne.

Weil Andreas Sander auf Rang zehn auch ein gutes Resultat ablieferte, konnten die deutschen Speedfahrer schon vor dem Super-G am Freitag (03.00 Uhr MEZ) festhalten: Mission erfüllt, Perspektive sehr gut. "Auch wenn wir knapp an einer Medaille vorbei gefahren sind muss man trotzdem sehen, woher wir kommen. In welcher kurzen Zeit man diese positive Entwicklung genommen hat", sagte Sportdirektor Maier.

Ich habe wieder gezeigt, dass ich mich etabliert habe in der Weltspitze und werde alles daran setzen, dass ich da bleibe.Thomas Dreßen
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.