Toni Kroos und Co. gewinnen auch Supercup-Rückspiel
Real stürzt Barça in tiefe Depression

Real Madrids Toni Kroos (rechts) luchst Barcelonas Sergio Busquets den Ball ab. Die "Königlichen" setzten sich im heimischen Stadion mit 2:0 gegen den ewigen Rivalen durch. Bild: Eduardo Candel/dpa

Madrid/Barcelona. Für den FC Barcelona muss es wie eine Pfeilspitze direkt ins Herz gewesen sein. Noch während sich das Team um Lionel Messi und Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen am späten Mittwochabend im Madrider Bernabeu-Stadion abmühte und am Ende eine herbe Niederlage im spanischen Supercup einfuhr, twitterte Paris Saint-Germain ein Foto von Neymar. Es zeigt den Brasilianer, der erst kürzlich für 222 Millionen Euro und gegen den Willen Barcelonas nach Paris gewechselt war, gut gelaunt beim Training mit dem neuen Team.

Ein strahlendes Real Madrid und ein strahlender Neymar auf der einen Seite, ein strauchelndes Barcelona ohne jedes Rezept auf der anderen - die Zeitung "El Mundo" brachte die derzeitige Gemütslage auf den Punkt: "Barça depresivo". Abwehrchef Gerard Piqué machte nach der Partie dann auch keinen Hehl aus der schlechten Verfassung der Katalanen: "In den neun Jahren, in denen ich hier spiele, ist es das erste Mal, dass ich mich Madrid unterlegen gefühlt habe", gab der Nationalspieler offen zu. "Weder auf Team- noch auf Club-Ebene erleben wir gerade eine gute Zeit." Noch klarer wurde das Sportblatt "Mundo Deportivo": "Supercup für Real, Superproblem für Barça". Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Stürmer Luis Suarez am Knie und wird den Katalanen mehrere Wochen fehlen.

Neuzugang Paulinho

Auch ohne Cristiano Ronaldo, der nach seiner gelb-roten Karte aus dem Hinspiel auf der Tribüne Platz nehmen musste, setzte sich Real im Rückspiel mühelos mit 2:0 gegen den ewigen Rivalen durch. Bereits das Hinspiel hatte der Champions-League-Sieger mit 3:1 für sich entschieden. Während der spanische Meister mit seinen Superstars wie Gareth Bale, Sergio Ramos und Toni Kroos nun selbstsicher dem Start der Primera División am Wochenende entgegenblicken kann, muss Barcelona erst wieder Mut fassen und zur alten Form zurückfinden. Helfen soll unter anderem der frisch für 40 Millionen Euro von Guangzhou Evergrande verpflichtete Mittelfeldspieler Paulinho. Trotz der Demütigungen wagte Coach Ernesto Valverde einen optimistischen Blick nach vorne. "Wir haben einen Titel verloren, aber wir müssen diese Niederlage hinter uns lassen, denn vor uns liegt eine lange Saison - und die geht gerade erst los."
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