25.01.2018 - 22:26 Uhr
Sport

Tränen nach Wahnsinns-Match Angelique Kerber verpasst Finale

Sie gerät nach einem Fehlstart 0:5 in Rückstand, wehrt zwei Matchbälle ab und vergibt wenig später selber zwei Matchbälle. Nach dem aufregendsten Spiel der Australian Open scheitert Angelique Kerber an der Weltranglisten-Ersten aus Rumänien.

Die ein oder andere Träne verdrückte Angelique Kerber. Bild: Dean Lewins/dpa
von Agentur DPAProfil

Melbourne. Am Ende eines zweistündigen Halbfinal-Spektakels ohne Happy End sehnte sich Angelique Kerber völlig entkräftet nach etwas Ruhe und ein paar freien Tagen zu Hause. Sie wolle jetzt "einfach mal den Schläger in die Ecke legen", erzählte die 30 Jahre alte Kielerin nach ihrem Wahnsinns-Match. Gegen die Weltranglisten-Erste Simona Halep lag Kerber bei den Australian Open 0:5 zurück, wehrte zwei Matchbälle ab, vergab selber zwei Matchbälle und musste sich doch noch 3:6, 6:4, 7:9 geschlagen geben. "Ich fühle nicht, dass ich das Match verloren habe, sie hat es am Ende gewonnen", sagte Kerber. Zum ersten Mal im neuen Jahr musste die Comeback-Königin der vergangenen Wochen wieder eine Niederlage kommentieren. Und konnte ihre Gefühle nicht so richtig einordnen. Sie sei "traurig", sagte Kerber, aber auch "stolz und glücklich".

Titel in Sydney

19 Matches in 25 Tagen hat Kerber 2018 gespielt. Beim Hopman Cup in Perth gewann sie all ihre Einzel, beim Turnier in Sydney holte sie den Titel, und beim Grand Slam in Melbourne wurde sie erst gestoppt, als nur noch vier Spielerinnen im Tableau waren.

Die erste Niederlage

"Wenn mir jemand noch vor vier Wochen gesagt hätte, dass ich so viele Matches in Folge gewinne, dass ich 2018 schon einen Titel gewinne und hier im Halbfinale stehe mit der Chance aufs Finale, und dass ich wieder mein Tennis spiele, da weiß ich nicht, ob ich das direkt so geglaubt hätte", sagte Kerber - und schob sofort den Satz hinterher: "Aber das ist eingetroffen und einen besseren Start hätte ich mir nicht vorstellen können." Die erste Niederlage nach zuvor 14 Siegen in Serie ließ die neue Nummer neun der Welt nicht verzweifeln.

Das Australien-Abenteuer war genau das richtige Aufbauprogramm für Kerber nach dem verkorksten Vorjahr. Obwohl es gegen die stark aufspielende Halep nicht zum vierten Grand-Slam-Endspiel reichte und der heimliche Traum vom dritten großen Titel nach den Australian Open und US Open 2016 nach zwei Stunden und zwanzig Minuten in der tobenden Rod-Laver-Arena zerstob, darf Kerber stolz und voller Zuversicht ihre Heimreise antreten. In dem Wissen, dass sie zurück ist. Oder zumindest auf dem besten Weg zu ihrem magischen Jahr 2016.

Halep gegen Wozniacki

Im Endspiel am Samstag (09.30 Uhr MEZ/Eurosport)geht es auch um die Nummer 1 der Tennis-Welt. Im Duell zwischen Halep und der Dänin Caroline Wozniacki wird eine neue Grand-Slam-Siegerin gekrönt. Kerber aber wird weitere Chancen bekommen. Wenn sie so spielt wie in den ersten drei Wochen, dann auch noch in diesem Jahr.

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