Trainerwechsel in Gladbach
Schubert weg - Hecking bereit

Das ging fix: Kaum ist André Schubert (im Bild) in Gladbach Geschichte, steht Medienberichten zufolge Dieter Hecking als sein Nachfolger vor der Tür. Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach macht kurz vor Weihnachten Nägel mit Köpfen. Einen Tag nach der Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg (1:2) muss Trainer André Schubert seinen Hut nehmen. Der Nachfolger steht auch schon bereit. Und der war bis vor kurzem noch beim letzten Gegner des Jahres unter Vertrag.

Mönchengladbach. Nach unruhigen Zeiten und der Trennung von Cheftrainer André Schubert setzt Borussia Mönchengladbach auf Stabilität und Besonnenheit. "Jetzt gilt es, einen Trainer zu finden, der uns wieder ein Stück weit Stabilität zurückbringt und den Jungs Impulse geben kann. Und der mit uns den Weg weitergeht, mit jungen Spielern zu arbeiten und etwas aufzubauen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Bei der Suche nach einem Nachfolger steht Dieter Hecking offensichtlich hoch im Kurs. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist die Verpflichtung bereits perfekt. Hecking soll einen Vertrag bis 2019 erhalten. Die Borussia bestätigte das nicht.

Der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg ist seit 17. Oktober auf dem Markt und könnte mit seiner ruhigen Art und seiner Erfahrung ein geeigneter Kandidat sein. Dazu wollte sich Eberl nicht äußern. Die Nachfolge soll schnell geregelt werden.

Die Trennung von Schubert war unumgänglich und stand bereits am Dienstagabend nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg fest. Am Ende hätte dem Chefcoach auch kein Sieg mehr geholfen. Nach nur 15 Monaten und einer bemerkenswerten Talfahrt in den letzten Wochen wurde der 45-Jährige von seinen Aufgaben freigestellt. "Wir haben in den letzten Tagen viele Gespräche geführt und unsere sportliche Entwicklung analysiert und diskutiert und sind gemeinsam mit André zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden", teilte Eberl mit.

Später zeigte auch Schubert selbst in einer emotionalen Video-Botschaft Verständnis für seinen Rauswurf. "Man merkt, dass die Jungs einen Rucksack mit sich tragen. Deswegen sind wir der Überzeugung, dass der Mannschaft ein Neustart hilft", sagte der Coach. Zwar habe er mit der Mannschaft tolle "Fußballfeste" vor allem in der Champions-League erlebt. Zuletzt aber sei das Team in eine schwere Phase geraten. "All das hat dazu geführt, dass das Vertrauen weniger wurde, und irgendwann hat uns dieser erfrischende Fußball verlassen", sagte Schubert.

Hecking hätte als möglicher Nachfolger Bezug zum Club. Zu Beginn seiner aktiven Karriere trug der Offensivspieler in der Saison 1984/85 schon einmal das Borussen-Trikot. Als junger Spieler absolvierte der Offensivspieler unter Trainer Jupp Heynckes allerdings nur sechs Spiele. Damals schon an Bord: Ewald Lienen, Michael Frontzeck und Bernd Krauss - allesamt spätere Borussen-Trainer. Ob der ehemalige belgische Nationaltrainer Marc Wilmots, dessen Name auch gehandelt wird, ein geeigneter Kandidat ist, bleibt fraglich.

Suche nach Stabilität

Die Trennung von Schubert, der im September noch seinen Vertrag bis 2019 verlängert hatte, zeichnete sich seit Wochen ab. Spätestens nach den desaströsen Leistungen in der Bundesliga beim 1:4 in Dortmund und kurz darauf in der Champions-League beim 0:4 in Barcelona ging der Trend nach unten. Mit nur 16 Zählern aus 15 Spielen steckt die Mannschaft mittlerweile im Abstiegskampf.

"Jeder sieht, wie wir Fußball spielen. Jetzt gilt es, Stabilität in die Mannschaft zu bekommen", hatte Eberl bereits unmittelbar nach dem Wolfsburg-Spiel gesagt. Schubert, der am 21. September 2015 als Nachfolger von Lucien Favre angetreten war, wusste bereits, dass die Partie gegen Wolfsburg seine letzte als Borussen-Coach war. "Es tut mir persönlich sehr leid, auch für die Fans. Ich bin enttäuscht", sagte er schon am Dienstagabend mit Tränen in den Augen.

Man merkt, dass die Jungs einen Rucksack mit sich tragen. Deswegen sind wir der Überzeugung, dass der Mannschaft ein Neustart hilft.André Schubert
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