Trotz 3:0-Sieg gegen Manchester City
Liverpools Trainer Jürgen Klopp bremst die Euphorie

Jürgen Klopp (links) strahlt beim Händedruck, Pep Guardiola ist bedient: Der FC Liverpool gewann das Hinspiel im Viertelfinale der Champions-League gegen Manchester City mit 3:0. Bild: Dave Thompson/AP/dpa

Nach Liverpools überragendem 3:0-Sieg in der Champions-League gegen Manchester City kommt für Jürgen Klopp jegliche Euphorie zu früh. Bei City könnte das vorzeitige Aus die Euphorie über die Meisterschaft trüben. Doch Pep Guardiola hat die Königsklasse noch nicht abgehakt.

Liverpool. Trotz des deutlichen Siegs gegen Pep Guardiolas Manchester City wollte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp keine übermäßig Freude auf das Halbfinale aufkommen lassen. "Wir haben das beste Team der Welt geschlagen, das ist eine wirklich gute Leistung", sagte der Reds-Trainer nach dem Champions-League-Erfolg gegen Englands Tabellenführer. "Aber in diesem Wettbewerb geht es darum, die nächste Runde zu erreichen, und wir sind noch nicht in der nächsten Runde. Lassen sie uns darüber nach dem nächsten Spiel sprechen."

Klopp: "Es ist nur Halbzeit"

Während des Spiels hatte Klopp bei jedem Tor euphorisch gejubelt, der 3:0 (3:0)-Sieg war auch in dieser Höhe verdient. "Es ist nur Halbzeit, mehr nicht", stellte Klopp aber klar. "Vor Jahren hab' ich mit Dortmund bei Real Madrid mit 0:3 verloren. Und alle haben danach gesagt, es sei vorbei." Zwar schied Dortmund im Viertelfinale 2014 dann tatsächlich aus, doch der BVB gewann das Rückspiel mit 2:0 und hätte das Duell beinahe noch gedreht. Klopp weiß, wie schwer es am Dienstag im Etihad Stadion noch werden kann. Vor dem mit Spannung erwarteten Rückspiel hat Klopps Mannschaft am Samstag im Merseyside Derby beim Lokalrivalen FC Everton zunächst noch eine wichtige Herausforderung in der Premier League zu bewältigen. Doch Klopp dachte nur an den Dienstag in Manchester: "Wir werden da wirklich noch mal höllisch arbeiten müssen."

Zumal Man-City-Trainer Pep Guardiola die Champions-League trotz der deutlichen Niederlage noch lange nicht abgehakt hat. Das stellte er nach dem Spiel im Presseraum klar. "Ich glaube, in diesem Raum gibt es niemanden - außer dem Kerl, der gerade zu ihnen spricht -, der daran glaubt, dass wir weiterkommen", sagte Guardiola. "Im Fußball kann das passieren. Wir haben noch mal 90 Minuten in unserem Stadion, mit unseren Fans, mit unseren Familien."

Dämpfer für Guardiola

Sollte das nicht gelingen, wäre das ein heftiger Dämpfer für Guardiola. Noch mehr als das FA-Cup-Aus gegen Wigan Athletic würde es die Freude über die englische Meisterschaft trüben. Den Titel könnte City am Samstag zu Hause im Derby gegen Manchester United vorzeitig perfekt machen - so früh wie kein Team zuvor in der Premier League. Guardiola hatte jedoch schon Anfang der Woche durchblicken lassen, dass die Partie für ihn momentan zweitrangig ist. Gut möglich, dass er am Samstag sogar einige Spieler für das Rückspiel gegen die Reds schont.

Die Liverpool-Fans, die in dieser Saison schon in der Liga ein 4:3 gegen das Guardiola-Team feiern durften, sind zuversichtlich, dass der fünf-fache Europacup-Sieger den Halbfinaleinzug perfekt macht. "Vertraut auf Klopp!", war während des Spiels auf einem Transparent im Fanblock zu lesen. Und Klopps Bilanz kann sich sehen lassen: Das 3:0 war sein 7. Sieg im 13. Spiel gegen Guardiola.
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