19.04.2018 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

Trotz Doping- und Korruptionsskandalen Fernsehen hält an Biathlon fest

Der nächste Winter kommt bestimmt. Der schmutzige Skandal im Biathlon über Doping und Korruption sorgt für heftige Negativ-Schlagzeilen.

Laura Dahlmeiers Jubel wird auch weiterhin bei ARD und ZDF zu sehen sein. Anders als bei der Tour-de-France-Berichterstattung halten die öffentlich-rechtlichen Sender trotz Doping- und Korruptionsskandalen an des Deutschen liebstem Wintersport fest. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Der liebste Wintersport der Deutschen wird auch nach den Doping- und Korruptionsenthüllungen nicht vom TV-Bildschirm verschwinden. Während ARD und ZDF vor neun Jahren auf dem Höhepunkt der Radsportkrise aus der Live-Berichterstattung der Tour de France ausgestiegen waren, wird im Biathlon nicht an eine solch drastische Maßnahme gedacht. "Einen Vergleich zwischen Biathlon und der Tour de France würde ich nicht so schnell ziehen. Wir haben damals unsere Live-Berichterstattung beendet, weil das Zuschauerinteresse infolge des systematischen Dopings und der vielen Skandale rund um dieses Ereignis extrem gesunken war", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Keine Andersbehandlung

"Bislang haben wir hinsichtlich der Sportart Biathlon aber noch keine Kenntnisse, dass eine solche Doping-Systematik vorherrschen könnte, und auch das Zuschauerinteresse ist ungebrochen", sagte Balkausky. Aber natürlich seien die Ereignisse "beunruhigend", so der ARD-Mann.

"Die Vorwürfe gegenüber dem Biathlon-Verband sind gravierend. Das ZDF wird über die Ermittlungen weiter intensiv berichten. Das Thema Doping wird beim Biathlon nicht anders behandelt als bei anderen Sportarten", kündigte auch ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann an. In Österreich ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der schmutzigen Affäre gegen insgesamt zwölf Personen, die Korruptionsvorwürfe würden aber nur zwei der Beschuldigten betreffen, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Maschl-Clausen. Der Tatzeitraum betrifft vor allem die Biathlon-WM im Februar 2017 in Hochfilzen, die Korruptionsvorwürfe reichen bis 2012 zurück. Russische Dopingsünder sollen gedeckt und 65 Doping-Proben vertuscht worden sein. In der vergangenen Woche hatte die IBU nach einer Razzia am Verbandssitz in Salzburg mitgeteilt, dass gegen den Präsidenten Anders Besseberg (72) und Generalsekretärin Nicole Resch (42) ermittelt werde.

Die beiden Top-Funktionäre bestreiten die Vorwürfe, lassen aber ihre Ämter ruhen. Hausdurchsuchungen hatte es auch in Norwegen und Deutschland gegeben. Auch Sportler und Betreuer aus Russland stehen im Fokus der Staatsanwaltschaft. "Die Sache ist sehr ernst und schockierend", sagt Olle Dahlin der norwegischen Tageszeitung "VG". Dahlin kandidiert im Herbst als Nachfolger für Besseberg, der schon lange angekündigt hat, nicht mehr antreten zu wollen.

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