26.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

U-20-Fußballerinnen machen Titel-Hattrick perfekt - 1:0-Finalsieg in der Verlängerung gegen ... "Ein unglaubliches Gefühl"

Weltfußballerin Nadine Angerer und Weltmeisterin Annike Krahn twitterten ihre Glückwünsche an den Nachwuchs noch in der Nacht, Silvia Neid und Steffi Jones fieberten und jubelten auf der Tribüne mit. Die deutschen U20-Juniorinnen brauchten indes nach ihrem WM-Triumph in Kanada einige Zeit, um ihn zu realisieren.

Die deutschen U-20-Fußballerinnen jubeln nach dem Schlusspfiff des WM-Finals in Montreal. Mit einem 1:0-Sieg in der Verlängerung gegen Nigeria gewannen sie den Titel. Rechts (Nr. 13) Sara Däbritz aus Ebermannsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach), die in der Bundesliga für den SC Freiburg auf Torejagd geht. Bild: AFP
von Agentur DPAProfil

"Ich finde noch keine Worte, es ist alles so irreal", befand Siegtorschützin Lena Petermann nach dem schwer erkämpften 1:0-Finalerfolg nach Verlängerung gegen Nigeria in Montreal.

Mit einem Schuss aus sechs Metern in der 98. Spielminute hatte die 20 Jahre alte Studentin der University of Central Florida den Titeltraum vor 15 822 Zuschauern wahr werden lassen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir wollten von Anfang an diesen Titel, keiner hätte es gedacht und jetzt sind wir wirklich Weltmeister", ist auch Sara Däbritz, die aus Ebermannsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) stammt und für den SC Freiburg spielt, außer sich vor Freude. Trainerin Maren Meinert, die bereits vor vier Jahren die U-20-Auswahl um Alexandra Popp bei der Heim-WM zum Titel (ebenfalls Finalsieg gegen Nigeria) geführt hatte, herzte jede Spielerin und strahlte über das ganze Gesicht. "Wir wollten ein gutes Turnier spielen, haben aber nie damit gerechnet, dass wir Weltmeister werden. Ich bin stolz auf mein Team", sagte die 41 Jahre alte Fußball-Lehrerin.

Neid und Jones gratulieren

Bundestrainerin Neid und DFB-Direktorin Jones waren extra zum Finale angereist und gratulierten direkt auf dem Rasen. "Das war ganz stark", lobte Neid die "tolle Mannschaftsleistung und herausragenden Teamgeist". Zudem sieht die Cheftrainerin "einige Spielerinnen, die das Potenzial haben, auch in der Frauen-Nationalmannschaft anzukommen". Jones führte den dritten WM-Titel deutscher Juniorinnen nach 2004 in Thailand (U19) und 2010 (U20) auch auf "unsere gute Talentförderung" zurück.

Der Sieg der jungen Damen rundet den deutschen Erfolgssommer ab. "Mit dem WM-Titel der Männer, dem Gewinn der U 19-EM und dem WM-Titel der U 20-Frauen war es ein sehr erfolgreiches Jahr für den deutschen Fußball", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock zum Titel-Hattrick. Platz drei in Kanada hatte sich Frankreich zuvor mit einem 3:2 im "kleinen Finale" gegen Nordkorea gesichert.

Schon Sekunden nach dem Sieg kursierten zahlreiche Glückwünsche im Internet. Nationaltorhüterin Angerer empfahl aus Portland: "Seid stolz auf euch und macht die Nacht zum Tag." Was diese auch taten. Schon in der Kabine ging es zum Hit der "Toten Hosen" ("An Tagen wie diesen...") hoch her. "Das ist einfach nur genial", jubelte Sara Däbritz. Und Petermann versprach noch vor der langen Partynacht im Hotel: "Heute Abend geht noch jede Menge ab. Das ist etwas, dass man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben erleben darf. Das muss dann auch dementsprechend feiern."

Heute Rückkehr

Am Dienstagmorgen um 8.20 Uhr wird die wohl etwas übermüdete Mannschaft mit Flug "AC 876" aus Montreal zurückerwartet. Wie der DFB am Montag mitteilte, finden direkt am Frankfurter Flughafen ein Empfang und eine Ehrung statt. Bis dahin haben die Mädchen ihren Erfolg sicher ein Stück weiter verarbeitet. Denn: "Ich bin noch total im Nirgendwo. Ich brauche noch ein paar Tage, um es wirklich zu begreifen", sagte Petermann. Auch Spielführerin Lina Magull fühlte sich noch wie in Trance: "Seit dem Abpfiff frage ich mich die ganze Zeit: Sind wir jetzt wirklich Weltmeister?"

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