22.02.2018 - 21:12 Uhr
Deutschland & Welt

Überlegener Sieg der Kombinierer Gold-Kombi greift nach den Sternen

200 Meter mit der Fahne ins Ziel, der Blitz von Usain Bolt als Jubelgeste auf dem Siegerpodest: Die deutschen Kombinierer sind das Maß der Dinge von Pyeongchang. Gold im Team bringt Frenzel und Co. in Feierlaune - und beschert Coach Weinbuch den fehlenden Titel.

Die deutschen Kombinierer (von links) Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek jubeln wie einst Usain Bolt. In der Hand haben sie einen kleinen Plüschtiger. Eric Frenzel hat jetzt drei davon - für seine drei Kinder. Bild: Angelika Warmuth/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Die Jubelpose von Usain Bolt auf dem Podest gelang den deutschen Kombinierern fast so gut wie der souveräne Triumphlauf zum erwarteten Gold-Hattrick. Um Mitternacht wurde das Olympiasieger-Quartett dann aber doch noch überrascht. Erste Gratulanten zur Eröffnung einer langen Siegesfeier im Deutschen Haus waren die nach Pyeongchang gereisten vier Väter der Gold-Jungs. Strahlend und stolz überreichten sie Johannes Rydzek, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger die Magnum-Sektflaschen - dies stellte nur den Auftakt einer feuchtfröhlichen Nacht dar.

"Wir sind für unsere Arbeit belohnt worden. Dass das hier so aufgeht, ist wie ein Traum", sagte Rydzek nach einer weiteren Machtdemonstration der deutschen Kombinierer im Alpensia-Cross-Country-Skiing-Centre. Die Gold-Medaille im Teamwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen war nach einem überragenden Auftritt zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Das Quartett hatte nach den zwei Einzel-Siegen durch den Flossenbürger Frenzel und dem Allgäuer Rydzek den idealen Schlusspunkt unter die Wettkämpfe der Kombinierer gesetzt. "Es waren grandiose Olympische Spiele für mich. Als Sportler träumt man von so etwas und ich hätte es auch sofort unterschrieben", bilanzierte Frenzel.

Im Hintergrund war Bundestrainer Hermann Weinbuch mächtig stolz. "Das war eine Demonstration. Wir wollten zeigen und beweisen, dass wir wer sind und dass wir richtig viel drauf haben", sagte er nach seiner 49. Medaille bei Winterspielen und Weltmeisterschaften. Von der obligatorischen Sektdusche im Deutschen Haus blieb der Goldschmied diesmal verschont.

Zwei Tage nach dem Dreifach-Erfolg von Rydzek, Rießle und Frenzel im Einzel waren die DSV-Kombinierer auch im Teamwettbewerb nicht zu schlagen. Schon 200 Meter vor dem Ziel bekam Großschanzen-Sieger Rydzek die Fahne mit auf den Weg, Normalschanzen-Olympiasieger Frenzel hatte schon als dritter Läufer den quasi sicheren Triumph bejubelt, der am Ende mit einem Vorsprung von 52 Sekunden auf Norwegen deutlich ausfiel. "Es war doch eine recht lange Strecke, die Fahne zu tragen", scherzte der Oberstdorfer Rydzek.

Dritter wurden die Österreicher, die trotz Führung nach dem Springen schon nach wenigen Kilometern geschlagen waren. Schon nach dem zweiten Läufer Rießle war der Wettbewerb entschieden.

Frenzel, der durch das dritte Olympia-Gold seiner Karriere zu den Rekordsiegern Samppa Lajunen (Finnland), Felix Gottwald (Österreich) und seinem Oberwiesenthaler Vereinskollegen Ulrich Wehling (DDR), aufschloss, übergab mit einer Minute Vorsprung an Rydzek. "Es ist ein unglaublicher Tag für uns. Nach Sotschi, wo wir knapp geschlagen wurden, ist das etwas ganz Besonderes, was wir sehr genießen. Wir haben uns von nichts ablenken lassen und haben einfach durchgezogen", jubelte Frenzel ausgelassen wie selten.

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