Union Berlin kann den Jahn-Abstieg besiegeln
Spuk vom Aalener Lizenz-Entzug

Union Berlins Björn Jopek konnte nicht mehr hinschauen: Die Eisernen verloren 0:3 in Aalen..
 
Union Berlins Björn Jopek konnte nicht mehr hinschauen: Die Eisernen verloren 0:3 in Aalen..

Sportlich wäre der SSV Jahn Regensburg mit einer Niederlage am heutigen Freitagabend, 18 Uhr, bei Union Berlin abgestiegen. Wenn da nicht die Spekulationen um mögliche Lizenzprobleme von 1860 München und dem VfR Aalen wären. Doch weder Sportchef Franz Gerber - „das wäre auf Sand gebaut“ – noch Trainer Franz Smuda wollen davon etwas wissen: „Wir denken nicht an Spekulationen, das nützt nichts, wenn du die eigenen Spiele nicht gewinnst.“

So richtig entspannt ist freilich auch die Atmosphäre beim Tabellensiebten nicht. Mit 40 Punkten rangieren die Eisernen jenseits von Gut und Böse, doch die deftige 0:3-Niederlage in Aalen schmerzt. „Unser Ziel ist der Sieg“, fordert schmallippig Trainer Uwe Neuhaus, „wie wir dahin kommen ist mir egal.“ In den letzten vier Spielen hätten die ambitionierten Ost-Berliner in keinster Weise überzeugt. „Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und ehrliche Maloche abzuliefern“, fordert Neuhaus die berühmten Tugenden der Arbeiter-Hauptstädter.

Auswärts „a bisserl besser“

„Ich denke, jede Mannschaft will gewinnen, auch wenn es um nichts geht“, macht sich Jahn-Trainer Franciszek Smuda keine Hoffnungen, dass vermeintlicher Berliner Schlendrian dem Jahn zugute kommen könnte. „Die haben auch Prämien zu verteilen und jeder Profi-Fußballer wird kämpfen.“ Dennoch sieht er seine Mannschaft nicht chancenlos: „Generell spielen wir auswärts a bisserl besser als daheim.“

Gegen Ingolstadt habe man wieder die selbe alte Leier gesehen: „Die Mennschaft hat sich gegen Ingolstadt gut verkauft“, lobt Smuda, „wir wurden nicht an die Wand gespielt, haben eine Chance auf den Sieg oder zumindest auf ein Unentschieden – aber dann passieren immer wieder individuelle Fehler, die alles zunichte machen.“ Trotz der tristen Ausgangslage, versuche der Trainer das Team jede Woche neu zu motivieren. „Aber wenn du Profi bist, musst du das auch selbst können“, fordert Smuda seine Leute. „Sie müssen sich gerade in den letzten Spielen sehr gut verkaufen, denn sie wollen ja ihren Vertrag verlängern oder sich anbieten.“

Smudas Freude über Jimmy Müller

Die personelle Lage habe sich inzwischen wieder etwas entspannt. „Mittlerweile haben wir schon wieder 16 Leute im Kader“, erzählt der Übungsleiter, „alle sind gesund und stehen zur Verfügung“. Alle? Ganz so sorgenfrei sieht die Situation nun auch wieder nicht aus: „Machado fällt nach seinem Bänderriss komplett aus und Koray Altinay spielt in der U23.“ Im Kader steht dagegen Sebastian Nachreiner, der zuletzt zusammen mit Wilson Kamavuaka „gut gespielt“ habe. Und auch Jimmy Müller bekommt seine Chance: „Er will unbedingt von Anfang an spielen“, lächelt Smuda vielsagend, „da muss er zeigen, dass er gut ist – ich würde mich doppelt freuen.“

Noch nicht für Berlin aber für die weiteren Spiele kann sich der Schlesier den Einsatz einiger Jugendspieler vorstellen: „Der rechte Verteidiger, wie heißt er, Fabian Trettenbach, hat mir gefallen, und der Junge, der in Amerika war, der Andreas Güntner – Popa habe ich auch schon getestet, die kommen alle in Frage.“ Die mittelfristige Perspektive ist dem glücklosen Interimsretter wichtig: „Für die neue Saison ist es ein ganz anderes Gefühl, ob man die Spiele knapp verloren hat oder an die Wand gespielt wurde. So können die Jungen mit einem ganz positiven Gefühl in die neue Saison gehen.“