Vettel im Reifen-Poker von China nur Vierter - Alonso siegt vor Räikkönen und Hamilton
"Nicht viel mit Rennfahren zu tun"

Auf Rekord-Jagd: Fernando Alonso raste zu seinem 31. Karrieresieg und zog in der ewigen Bestenliste mit dem drittplatzierten Nigel Mansell gleich. Auch auf den Titel hat der Spanier damit seine Ambitionen wieder angemeldet. Bild: dpa

Das verlorene Reifen-Roulette von Shanghai verdarb Sebastian Vettel gründlich die Laune. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister haderte weniger mit der Niederlage gegen den überlegenen Ferrari-Star Fernando Alonso.

Vielmehr moserte der viertplatzierte Red-Bull-Pilot am Sonntag in China über die im Titelrennen so entscheidenden Gummimischungen. "Es hat im Moment nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen nur auf die Reifen auslegt", murrte Vettel und legte nach: "Der Speed ist ja da. Aber man kann nicht so schnell fahren, wie es das Auto zulässt, weil die Reifen auseinanderfallen."

Die Gummi-Ration trug Vettel von Startplatz neun nicht mehr wie erhofft aufs Podium. Nur wenige Meter fehlten ihm auf der Schlussrunde gegen Lewis Hamilton, der hinter dem Finnen Kimi Räikkönen Dritter wurde. "Wenn man die fehlenden Sekunden sucht, dann eher am Anfang des Rennens, als ich im Verkehr fest hing", verteidigte der Heppenheimer seine Marschroute für das dritte Saisonrennen. "Die Strategie war richtig. Wir sind anfangs nur nicht richtig aus den Pötten gekommen", erklärte der 25-Jährige. Vettel hatte sich schon vor dem abwechslungsreichen Rennen als Zocker erwiesen. Und am Ende knapp daneben gelegen. Er nahm bewusst einen schlechteren Startplatz in Kauf, um im Reifenpoker die Wahl zu haben. Auf der härteren Mischung kam Vettel aber zunächst nicht so voran, wie er sich das erhofft hatte. Richtig schief ging es dagegen für Vettels In-Team-Feind Mark Webber. Drei Wochen nach dem Eklat von Malaysia, als Vettel dem Australier gegen die Teamorder noch den Sieg weggeschnappt hatte, endete die China-Tour für den Routinier nach einem Unfall vorzeitig. Zudem erhielt der 36-Jährige eine Strafe und muss in Bahrain drei Plätze weiter hinten starten.

Cleverer Stratege

Als cleverer Stratege erwies sich hingegen Alonso. In seinem 200. Grand Prix krönte er ein starkes Wochenende. Der Ferrari-Mann raste in Fernost zu seinem 31. Karrieresieg, zog damit in der ewigen Bestenliste mit dem drittplatzierten Nigel Mansell gleich und sendete im Titelkampf ein wichtiges Lebenszeichen.

Das Fazit bei Mercedes fiel dagegen zwiespältig aus. Hamilton holte sich nach seiner Pole Position mit Platz drei weitere 15 Zähler im WM-Rennen. Vorjahressieger Nico Rosberg musste seinen Silberpfeil nach 23 Runden wegen eines beschädigten Stabilisators in der Box abstellen. Wie Rosberg kam auch Landsmann Adrian Sutil nichts ins Ziel. Sauber-Neuzugang Esteban Gutierrez rauschte dem Force India des Gräfelfingers ins Heck. Bei Sauber bleibt damit weiter Nico Hülkenberg der Hoffnungsträger. Der Rheinländer sammelte in Shanghai seine ersten Führungskilometer nach seinem Wechsel zum Schweizer Team und wurde am Ende Zehnter.
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