Vettel will sich von politischen Diskussionen nicht ablenken lassen
Nur Sport das Thema

Sebastian Vettel hat keinen Bedarf, in Sachen Bahrain "bei der Politik mitzumischen". Den Formel-1-Weltmeister interessieren nicht so sehr die Menschenrechtsverletzungen vor Ort, sondern eine möglichst gute Platzierung. Bild: dpa

Das provokante Twitter-Foto seines Teamkollegen mit dem Erzrivalen beim gemeinsamen Abendessen nahm Sebastian Vettel mit spitzbübischem Humor. Beim heiklen Thema Bahrain wurde der gut gelaunte Heppenheimer ganz ernst.

"Dass die Lage angespannt ist, ist, glaub ich, kein Geheimnis", sagte Vettel am Donnerstag. Ablenken lassen will sich der dreimalige Formel-1-Weltmeister davon aber nicht. "Jeder, der morgens hier durchs Drehkreuz ins Fahrerlager geht, egal ob er fährt oder hier arbeitet, ist wegen des Sports hier und nicht, um hier bei der Politik mitzumischen."

Dennoch ist die angespannte Lage nicht zu übersehen. Auf dem Weg zur Strecke eine halbe Autostunde von der Hauptstadt Manama entfernt, wurden nicht gerade wenige Polizeikontrollen errichtet. "Das ist natürlich ein Zeichen, dass eine gewisse Unsicherheit herrscht", räumte Adrian Sutil vom Force-India-Rennstall ein: "Aber ich habe bis jetzt keinen Zwischenfall mitbekommen oder persönlich gesehen. Von daher: Geht schon." Um die Sicherheit an der Strecke zu gewährleisten, müssen Fahrzeuge sogar eine Röntgenschranke passieren.

Die Formel-1-Fahrer machen derweil ihr Visier runter - Rennfahren ist ihr Job. Im ohnehin heißen Titelrennen kann sich Vettel auch keine unwillkommene Abwechslung leisten. "Es ist nicht nur jetzt sehr eng, es wird auch bis zum Ende des Jahres eng bleiben. Daher zählt unterm Strich jeder Punkt", betonte Red-Bull-Star Vettel, der nach Platz vier zuletzt in China nur noch drei Punkte Vorsprung in der WM-Wertung auf Kumpel Kimi Räikkönen im Lotus und neun Zähler mehr als Erzrivale Fernando Alonso im Ferrari hat. Dass der Psychospielchen-Fan aus Spanien nun auf einem Bild gemeinsam mit Vettels In-Team-Feind Mark Webber grinsend in die Kamera schaute unter dem Motto "Dinner mit Freunden", störte Vettel nicht wirklich. Der Hesse nahm's mit Humor. "Waren die da beide nackt drauf?", fragte Vettel, als er um einen Kommentar zu dem Bild gebeten wurde.

Ecclestone: Zu spät

Vor zwölf Monaten spielten die politischen Unruhen in Bahrain auch schon eine gewichtige Nebenrolle. 2011 war das Rennen abgesagt worden. Diesmal war es zu dafür zu spät, befand nun Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone. Der Brite soll einen Brief an mehrere humanitäre Einrichtungen in dem Inselstaat geschrieben haben. "Es ist eine große Schande, dass ich davon nicht schon vor September 2012 erfahren habe, als der Formel-1-Kalender erstellt wurde. Jetzt ist es zu spät, noch Änderungen an dem Kalender vorzunehmen", wurde Ecclestone bei "welt.de" zitiert.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.