VfR droht der Pleitegeier, der Jahn hat nichts zu verlieren
Aalen baut auf Steinverkauf

Sportlich haben sie allen Grund zum Jubeln: Aalens Trainer Ralph Hasenhüttl (3.v.l) reicht Daniel Buballa (2.v.l) nach dem gewonnenen Spiel in Paderborn die Hand.
 
Sportlich haben sie allen Grund zum Jubeln: Aalens Trainer Ralph Hasenhüttl (3.v.l) reicht Daniel Buballa (2.v.l) nach dem gewonnenen Spiel in Paderborn die Hand.

Die einen stehen im gesicherten Mittelfeld, müssen aber um die Lizenz bangen. Die anderen verharren abgeschlagen am Tabellenende, haben aber keine finanziellen Sorgen. So verschieden ist die Ausgangslage vor dem Spiel des VfR Aalen (9./40 Punkte) gegen Jahn Regensburg (18./19 Punkte) am Freitag, 18 Uhr, in der Scholz-Arena.

Die einen bauen bei ihrer Mission „wirtschaftlicher Klassenerhalt“ auf eine Fanaktion mit Unterstützerbausteinen, die der VfR Aalen vor dem Regensburg-Spiel an die Fans bringen möchte. Für 50, 100 oder 250 Euro bekommt der schwarz-weiße Fußballfreund einen individuell gestaltbaren VfR-Brocken zwischen 20x10 und 40x15 Zentimetern – Nennung in diversen Publikationen inbegriffen.

Buhlen um die sparsamen Schwaben

„Ein Team funktioniert nur, wenn alle zusammen stehen“, buhlt der Verein um spendable Käufer, „der VfR Aalen braucht den Beitrag der Fans, Anhänger und Sympathisanten, um die Lizenzauflagen der Deutschen Fußball Liga für die kommende Saison zu erfüllen“. Es muss den sparsamen Schwaben schon nass reingehen, wenn dies die ultima ratio des Überlebenskampfes ist.

Die anderen brauchen sich um solche Steine keine Gedanken zu machen, sondern eher darum, bei welchem Verein sie künftig unter Vertrag stehen. Jedenfalls glaubt Aalens Mittelfeldmotor und Ex-Jahn-Akteur Marco Haller, dass Regensburg genau deshalb nicht zu unterschätzen sei: „Ich denke nicht, dass es einfacher wird, nur weil der Jahn schon abgestiegen ist – die Regensburger wollen sich in den letzten Spielen noch zeigen und sich empfehlen.“

Chance für die Jahn-Perspektivspieler

Beim Jahn jedenfalls macht man sich keine Illusionen mehr, dass noch von irgendwo ein Lichtlein herkommen könnte: Anstatt sich mit Lizenzsorgen von Sechsten und Neunten zu beschäftigen, sinniert Noch-Jahn-Trainer Franciszek Smuda, wie er die Perspektivspieler für die Drittligasaison in Stellung bringen kann: „In den ausstehenden Partien sollen die jungen Spieler zum Zug kommen, die auch in der kommenden Saison im Verein bleiben.“ Diese Jungs möchte der Schlesier weiterentwickeln und auf künftige Aufgaben vorbereiten.

„Wichtig ist, dass wir noch ein paar gute Ergebnisse erzielen, damit die Mannschaft nicht allzu geknickt in der nächsten Saison mit dem Neuanfang beginnt.“ Langfristig aber habe es der Verein verdient, wieder in die 2. Bundesliga zurückzukehren. „Mir ist der Club ans Herz gewachsen“, schwärmt Polens Ex-Nationaltrainer, „die Stadt ist unheimlich schön und die feinen Menschen hier sind sehr freundlich. Sie verdienen Bundesliga-Fußball.“

Die Drei mit der Torgefahr

„Ich ziehe vor meinem Trainerkollegen Ralph Hasenhüttl den Hut“, lobt der Gästetrainer Aalen, das für einen Aufsteiger eine beachtliche Saison gespielt habe. „Er hat bewiesen, dass er mit begrenzten Mitteln das Optimale aus einer Mannschaft herausholen kann.“ Im Unterschied zum Jahn, wo man die Chancenauswertung nur als mangelhaft bezeichnen könne, verfüge der VfR aber auch über drei Torjäger, die regelmäßig treffen. „Von Martin Dausch, Robert Lechleiter und Marcel Reichwein geht immer Gefahr aus.“

Trotz der ungleichen Vorzeichen glaubt Smuda auch vor dem Aufsteigerduell an die Gunst des Auswärtsspiels: „Der Druck auf die Mannschaft ist dann nicht ganz so groß.“ Zudem könnten die Spieler jetzt erst recht frei aufspielen, da der Abstieg seit der Niederlage in Berlin feststehe: „Für uns ist auch in Aalen wieder alles drin.“ Allerdings muss der Coach auch diesmal eine Reihe von Ausfällen kompensieren: „Ich muss neben den Langzeitverletzten auch auf Christian Rahn, Ramon Machado und Marco Djuricin verzichten.“