15.02.2018 - 22:26 Uhr
Deutschland & Welt

Vor dem Gastspiel in Berlin rumort es beim selbst ernannten Karnevalsverein Mainz, wie es singt und klagt

Mainz. Sandro Schwarz ist nicht zu beneiden um seinen Trainerjob beim abstiegsbedrohten Bundesligisten FSV Mainz 05. Als Novize im Haifischbecken Profifußball wünscht man sich eine entspannte Saison, aber nicht eine desaströse Talfahrt bis auf den 16. Tabellenplatz. Mainz, wie es sinkt und klagt - so hieß es zuletzt gar zur Fasnachtszeit. Zu wenig Punkte, keine Unterstützung von den Fans - und jetzt geht es mit einer miserablen Auswärtsbilanz zum Freitagsspiel (20.30 Uhr/Eurosport) zu Hertha BSC.

Kopfschmerzen ob der eigenen Darbietungen setzten zuletzt auch den Mainzer Profis (im Bild Emil Berggreen) selbst zu. Bild: Uwe Anspach/dpa
von Agentur DPAProfil

Im neuen Vereinsboss Stefan Hofmann und vor allem Rouven Schröder hat Schwarz trotz zuletzt drei Niederlagen noch gewichtige Fürsprecher. "Wir gehen zwar nicht Hand in Hand durch die Kabine. Wir sagen uns schon die Meinung, sind im ständigen Austausch. Deshalb hat er die volle Rückendeckung", sagte der 05-Sport-Vorstand.

Geredet wurde genug, doch dafür gibt es keine Punkte. Schwarz forderte von seinen Profis mehr Selbstkritik. "Der Nullpunkt ist erreicht. Wir können den Bock nur gemeinsam umstoßen", sagte der 39-Jährige nach dem 2:4 in Hoffenheim. Dazu verhöhnten die Anhänger zuletzt ihre Mannschaft. In einem offenen Brief bat der Krisenclub am Tag danach sein Publikum um Unterstützung - "gerade auch bei Rückschlägen".

"Es gibt Gespräche, um sich besser zu verstehen. Wir sollten an einem Strang ziehen, wir haben doch alle 05 im Herzen", betonte Schröder und erinnerte an vergangene Zeiten als große Familie.

Schwarz ist erst einmal damit beschäftigt, die Defensive zu festigen und haarsträubende individuelle Fehler abzustellen. Gemeinsam mit dem Tabellenletzten 1. FC Köln führen die Mainzer die Hitliste der Gegentore (41) an. Gegen Hoffenheim wurde bereits versucht, die Reihen vielbeinig zu schließen. Resultat: vier Gegentore. Nun soll in Berlin hinten die Null stehen. "Da brauchen wir Stabilität und das richtige Kettenverhalten. Im Training haben wir daran gefeilt", erklärte Schwarz.

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