26.04.2018 - 21:42 Uhr
Deutschland & Welt

Vorjahressiegerin verpasst Überraschung Siegemund verliert, Kerber gibt auf

Stuttgart. So schlecht haben die deutschen Tennis-Damen um Angelique Kerber seit vier Jahren nicht mehr beim Stuttgarter Tennis-Turnier abgeschnitten. Nach dem Aus der ehemaligen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidigerin Laura Siegemund steht keine Deutsche im Viertelfinale.

Laura Siegemund streckt sich vergebens. Sie verlor ihr Match und ist damit beim Turnier in Stuttgart ausgeschieden. Bild: Marijan Murat/dpa
von Agentur DPAProfil

Für die angeschlagene Kerber setzten sich mit der Aufgabe beim Stande von 0:6, 0:2 gegen die ungesetzte Estin Anett Kontaveit die Enttäuschungen nach der Halbfinal-Pleite im Fed-Cup fort. Lokalmatadorin Siegemund verpasste am Donnerstag mit dem 4:6, 6:4, 3:6 gegen die amerikanische US-Open-Halbfinalistin Coco Vandeweghe eine Überraschung.

Damit ist von den fünf deutschen Teilnehmerinnen im Hauptfeld schon am Freitag keine mehr vertreten. Im vergangenen Jahr hatte Siegemund einen Endspiel-Coup in ihre schwäbischen Heimat gefeiert. 2015 und 2016 hatte Kerber auf dem Sandplatz in der Porsche Arena triumphiert.

Einen Tag nach ihrem souveränen 6:3, 6:2 in der ersten Runde gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und der gelungenen Revanche für die Fed-Cup-Niederlage wirkte Kerber nicht fit. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin bewegte sich eingeschränkt und blieb so gegen die Weltranglisten-31. ohne Chance. Beim Stande von 0:5 nahm die 30-Jährige eine Behandlungsauszeit und verließ den Platz. Mit bandagiertem rechten Oberschenkel versuchte es die Kielerin noch einmal, gab aber nach 39 Minuten auf. Vorjahressiegerin Siegemund haderte mit ihrem Achtelfinal-Aus, nicht aber mit ihrem Auftreten. Erst Mitte März war sie nach ihrem Kreuzbandriss ins Turniergeschehen zurückgekehrt und darf ihre Leistung in ihrer schwäbischen Heimat als Schritt nach vorne werten. "Im ersten Moment bin ich wahnsinnig enttäuscht. Aber wenn ich schaue, wo ich herkomme, muss ich wirklich bombig zufrieden sein", sagte Siegemund.

In der Zweitrundenpartie machte die Metzingerin zu viele Fehler, um die favorisierte US-Amerikanerin bezwingen zu können. "Es hat so Spaß gemacht vor den Leuten zu spielen, ich hätte gern noch ein Match gespielt und noch eins", sagte sie. Variantenreich störte die Metzingerin zu Beginn den Rhythmus der Kontrahentin und hatte einen Vorteil, sobald es zu längeren Ballwechseln kam. Im ersten Satz ließ sie Chancen aus, im entscheidenden Durchgang erwies sich ein 0:3 als zu große Bürde. "Hinten raus bin ich immer besser geworden", sagte Wildcard-Inhaberin Siegemund. "Ich denke, das Ausschlaggebende war, dass sie in wichtigen Momenten besser aufgeschlagen hat."

Elf Monate nach dem Schock der schweren Knieverletzung in Nürnberg war die Überraschungsgewinnerin von 2017 ohne große Erwartungen bei ihrem Heim-Turnier angetreten. Sie könne nicht rausgehen und spielen, als wäre sie nie weggewesen, hatte sie schon vor dem Auftakt gesagt. Schon mit dem Sieg gegen Barbora Strycova aus Tschechien hatte Siegemund beeindruckt.

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