25.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Wasserspringer Hausding und Freiwasser-Asse polieren deutsche EM-Bilanz auf Keine Euphorie im Becken

Die deutschen Beckenschwimmer um Paul Biedermann und Marco Koch erfüllten die Pflicht, aber zur ganz großen EM-Euphorie reichte es beim Heimspiel nicht. Wasserspringer und Freiwasser-Asse schraubten die Zahl der Medaillen auf insgesamt 21 hoch, sechs davon waren aus Gold.

Die 4 x 200-Meter-Freistilstaffel sorgte für das zweite EM-Gold der deutschen Beckenschwimmer. Paul Biedermann, Clemens Rapp, Yannick Lebherz und Robin Backhaus (von links) zeigen stolz ihr Edelmetall. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Prestigeträchtige Erfolge im Becken waren dagegen überschaubar. Biedermann führte die Freistil-Staffel am Wochenende zu Gold, dazu überraschte Rückenschwimmer Christian Diener mit Silber. Sechsmal Edelmetall, darunter zweimal Gold, lautete die Ausbeute im stimmungsvollen Berliner Velodrom.

Mäßige Ausbeute

Nach der historischen Medaillenjagd bei der der Berliner EM von 2002 mit insgesamt drei Dutzend Plaketten gab es diesmal die schlechteste EM-Bilanz im Becken in nicht-olympischen Jahren seit der Wiedervereinigung. Titelkämpfe in Olympia-Jahren haben weniger Prestige, da sie viele Nationen und Spitzenschwimmer auslassen.

Wenn gejubelt wurde, dann aber richtig. Robin Backhaus, Yannick Lebherz, Clemens Rapp und der überragende Schlussschwimmer Biedermann sorgten mit ihrem Gold-Coup über 4 x 200 Meter Freistil für die größte EM-Party. "So macht das Spaß mit den Fans, mit der Kulisse im Rücken. Einfach schön", schwärmte Biedermann. Auch die Funktionäre spürten beim starken Biedermann-Auftritt "Spannung pur und Gänsehaut" auf der Tribüne. "Top. Das Berliner Publikum, die Stimmung, ein volles Haus, eine tolle Atmosphäre, dazu gute bis sehr gute Leistungen", bilanzierte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. Auf der Route gen WM 2015 in Kasan/Russland und erst recht zu den Sommerspielen 2016 in Rio stehen vor allem für das Beckenteam aber noch große Herausforderungen an. Schon jetzt Extraklasse und Nummer 1 bei der EM: Florent Manaudou (Frankreich) und Adam Peaty (Großbritannien) mit je vier Titeln.

Schwarze Null

Die deutsche Gesamtbilanz stimmte aber auch ohne Bonus-Medaillen aus dem Becken. Die 14 bis 19 anvisierten Medaillen wurden im Jahr eins nach dem Rücktritt von Olympiasiegerin Britta Steffen trotzdem klar übertroffen. "Das war gute Werbung für den deutschen Schwimmsport", betonte Präsidentin Christa Thiel. Am Sonntag zum Abschluss von zwölf EM-Tagen bezifferte sie den Etat auf fünf Millionen Euro, eine schwarze Null bleibt. Zwischen 50 000 und 60 000 Zuschauer kamen zu den 64 Entscheidungen.

Vor nur spärlich besetzten Rängen in Grünau verdiente sich das Freiwasserteam um Rekordweltmeister Thomas Lurz mit sechs Medaillen in sieben Rennen mehr Meriten als erwartet. Die Wasserspringer um den dreimaligen Heimsieger Patrick Hausding lagen mit neun Plaketten in zehn Wettbewerben auch weit über dem Soll. "Es war durchweg eine super EM", sagte der beste deutsche Starter, wenngleich er am Schluss-Wochenende nach vier eigenen Medaillen als Vierter vom Turm leer ausging. Dafür sorgten Sascha Klein mit Bronze vom Turm und Tina Punzel/Nora Subschinski im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett mit Silber für die nächsten Erfolge.

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