Wiedersehen am Dienstag

Der Richter wollte um 17 Uhr Schluss machen, Hans-Michael Holczer eigentlich weiterreden. Dann ließ sich der Chef des früheren Gerolsteiner Rennstalls aber doch zum Wiederkommen vor die 16. Große Strafkammer des Landgerichts Stuttgart überreden. Der vermeintliche Showdown mit der Verteidigung des angeklagten Radprofis Stefan Schumacher wurde auf kommenden Dienstag, 12.30 Uhr, verschoben.

Am dritten Verhandlungstag wollen Michael Lehner und Dieter Rössner den Zeugen Holczer aus seiner "rosaroten Welt" holen. "Wenn Schumacher freigesprochen wird, ist von Holczers Lack nichts mehr vorhanden", prophezeite der Heidelberger Sportrechtsexperte Lehner nicht gerade zurückhaltend. Das wäre freilich der Idealfall aus Sicht der Verteidigung.

Bisher hat sich im ersten deutschen Betrugs-Prozess wegen Dopings noch nicht herauskristallisiert, wer lügt. Schumacher, der behauptet, Holczer hätte vieles über die vorhandene Doping-Verseuchung im scheinbar so sympathischen Team gewusst? Oder Holczer, der auch am zweiten Verhandlungstag in seiner tief ins Detail gehenden Befragung durch den Richter Mitwisserschaft bestritt. Sein Fazit zu den vorangegangenen Schumacher-Aussagen: "Vollkommen gelogen" und "blank erfunden".

Schumacher wird vorgeworfen, seinen ehemaligen Teamchef um drei Monatsgehälter in Höhe von 151 463,50 Euro betrogen zu haben. Schumacher habe Doping bei der Tour de France 2008 trotz Nachfrage geleugnet und das Geld daher unrechtmäßig erhalten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.