25.02.2018 - 22:00 Uhr
Deutschland & Welt

"Wir fahren mit dem Bob" "Franz" Friedrichs rast zu Doppel-Gold

Zwölf Jahre nach André Lange hat Francesco Friedrich wieder das goldene Double für Deutschlands Bobsportler geschafft. Nach der Pleite von Sotschi jubelt aucvh Bob-Cheftrainer René Spies nach dem Sensationsgold von Mariama Jamanka sogar das Triple im Eiskanal.

Bobpilot Francesco Friedrich sitzt noch im Bob, die Mitfahrer Candy Bauer und Martin Grothkopp jubeln schon. Thorsten Margis (hinten) ist ebenfalls noch im Gefährt. Bild: Tobias Hase/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Nach seinem grandiosen Gold-Double wurde Francesco Friedrich von seinen Gefühlen übermannt. "Wir haben vier Jahre drauf hingearbeitet, gerade auch die Jungs, die mir immer den Rücken freihalten, das ist das Beste was passieren konnte", sagte der Doppel-Olympiasieger im Bob. Nach seinem Triumph im Viererbob dachte der Sachse mit tränenerstickter Stimme auch an seine Liebsten daheim: "Meine Familie, meine Frau, die meinen kleinen Sohn Karl hüten musste - das ist für alle die größte Belohnung."

Der krasse "Franz"

Cooler war er im schwierigen Eiskanal des Olympic Sliding Centres mit seiner Crew Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis unterwegs. Nach vier Läufen hatte der 27-jährige Pilot aus Oberbärenburg unglaubliche 0,53 Sekunden Vorsprung vor Vereinskollege Nico Walther und den zeitgleichen südkoreanischen Fahnenträger Won Yunjong herausgefahren. "Wahnsinn, dass Franz so krass und konstant fahren kann", sagte Anschieber Grothkopp.

Thorsten Margis, mit Friedrich auch schon im Zweierbob Olympiasieger, verriet: "In der Überfahrt zur Kurve zwölf waren wir schon am Jubeln, weil es voll geil war, in der 13 und 14 hat es uns kurz ausgehoben, da dachte ich, was macht er denn? Aber das Ding war durch." Die letzten Meter im Zielauslauf fuhr Margis schon stehend im Bob mit weit ausgestreckten Armen und schrie seine Freude heraus.

Der Heimtrainer begeistert

Auch der so ehrgeizige Heimtrainer Gerd Leopold war angetan von seinem Jahrhunderttalent: "Ich habe ihn so stark erwartet. Dass es natürlich so aufgeht, ist Wahnsinn", sagte der Coach. Friedrichs Teamkollege Walther ließ sich von der euphorischen Stimmung an der Bahn noch zu Silber treiben. "Die Lautstärke war unglaublich, so wie im Fußballstadion vor der Fankurve", sagte Walther über den Rummel um seinen südkoreanischen Rivalen.

Mit dem goldenen Abschluss in der Königsklasse und Silber durch Walther haben die Bobpiloten um Cheftrainer René Spies die Schmach von Sotschi mehr als vergessen lassen. "Dass wir mit einem Doppelsieg hier rausgehen, das ist für alle einfach fantastisch", sagte Spies, der bei seinem olympischen Cheftrainer-Debüt alle Siege holte: "Hätte ich vor zwei Jahren beim Neuanfang mit den Frauen gesagt, wir fahren nach Pyeongchang und unser Ziel sind drei Goldmedaillen, dann hätten sie mich innerhalb einer Woche entlassen und mich für verrückt erklärt."

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