27.03.2018 - 22:50 Uhr
Deutschland & Welt

WM-Test in Berlin Brasilien mit Mini-Revanche gegen Deutschland

Nach zuvor 22 Länderspielen ohne Niederlage hat Weltmeister Deutschland erstmals wieder verloren. 82 Tage vor dem ersten Spiel bei der WM in Russland gab es am Dienstag in Berlin ein 0:1 gegen das zuletzt erstarkte Brasilien.

Leroy Sane (rechts) und Mario Gomez finden mal eine Lücke im Abwehrverbund der Brasilianer. Am Ende verlor Deutschland aber das Testspiel gegen die Südamerikaner mit 0:1. Bild: Soeren Stache/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Rekord verpasst und kein neues Fußball-Fest gegen Brasilien: Knapp drei Monate vor der WM haben wiedererstarkte Südamerikaner zurückgeschlagen und die Niederlagenlose-Serie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beendet. Der weitgehend mit der zweiten Reihe angetretene Weltmeister unterlag am Dienstag in Berlin einer hochmotivierten Seleção mit 0:1 (0:1) - es war die erste Niederlage nach dem verlorenen EM-Halbfinale 2016. Den entscheidenden Treffer vor 72 717 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion erzielte Gabriel Jesus (37. Minute). Für Brasilien war es 1358 Tage nach dem 1:7-Trauma im WM-Halbfinale 2014 ein hochemotionaler und verdienter Erfolg. Der hätte sogar noch klarer ausfallen können. Der 38 Jahre alte deutsche Ungeschlagen-Rekord von 23 Partien unter Jupp Derwall bleibt damit unerreicht, die deutsche Serie endete nach zuvor 22 Begegnungen ohne Pleite.

Personelle Varianten

Die deutsche Mannschaft kam zunächst besser ins Spiel als noch beim 1:1 am Freitag gegen Spanien. Und das, obwohl Löw sein 160. Länderspiel vor allem dazu nutzte, 82 Tage vor dem WM-Start am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko einige neue personelle Varianten zu testen. Der 58-Jährige veränderte die Startelf auf sieben Positionen, und es dauerte zu Beginn nicht lange, bis die Mannschaft ihren eigenen Stil fand. Später aber zeigte sich, dass geschonte Stammkräfte wie Mesut Özil, Thomas Müller oder Mats Hummels eine noch höhere Qualität aufweisen und fehlten.

Die Brasilianer, die am Freitag 3:0 bei WM-Gastgeber Russland siegten und weiter auf den verletzten Superstar Neymar verzichten müssen, begannen mit Respekt und hatten erst nach einem Fehler von Ilkay Gündogan durch Philippe Coutinho eine gute Möglichkeit (11.). Der deutsche Abwehrblock um den in seiner Heimatstadt erstmals als Kapitän beginnenden Jérôme Boateng stand zunächst sicher. Nach einem Schlag auf die Wade wurde Boateng in der 68. Minute ausgewechselt.

Der international noch unerfahrene Marvin Plattenhardt schlug zwar einige ordentliche Flanken, schaffte es aber nicht, seine linke Seite gegen Willian zu verteidigen. Der Pass des Brasilianers hatte schon die größte Gelegenheit der Gäste eingeleitet, als Jesus Boateng und Antonio Rüdiger düpierte und über das Tor schoss (36.). Zwei Minuten später konnte Rüdiger eine Willian-Flanke nicht verhindern. Gegen den Kopfball von Jesus reagierte Keeper Kevin Trapp noch mit einem guten Reflex, aber der Ball landete im Tor. Trapp spielte für Marc-André ter Stegen, der in der Hauptstadt geschont wurde. Auch Stürmer Mario Gomez bekam im letzten Länderspiel vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders am 15. Mai in Dortmund eine Chance.

Wagner mit Kopfballchance

Der Angreifer vom VfB Stuttgart war im Strafraum immer präsent, wartete aber vergeblich auf präzise Hereingaben. Nach einer guten Stunde wurde der 32-Jährige durch Sandro Wagner ersetzt, der sich mit seiner körperlichen Art noch einige Möglichkeiten erarbeitete. Einen Kopfball aus guter Position brachte der Münchner aber nicht auf das Tor (72.). Insgesamt zeigte sich, dass die weitgehend mit der zweiten Garnitur angetretenen Gastgeber durchaus eigene Qualitäten einbringen konnten, doch die Brasilianer traten wie von Löw prophezeit völlig anders auf als beim traumatischen 1:7 vor vier Jahren.

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