09.07.2017 - 22:17 Uhr
Sport

Zum dritten Mal Triathlon-Europameister Kienle, wer sonst?

Wieder Kienle. 2014, 2016 und 2017 - Ironman-Europameister in Frankfurt. Kienle zeigt, auf was sich Weltmeister Jan Frodeno bei der WM gefasst machen muss. In Roth hat Landsmann Frommhold Pech, er stürzt. Altmeister Bracht verpasst beim Abschied das Podest.

Abkühlung: Nach seinem Triumph in Frankfurt benötigte Triathlet Sebastian Kienle dringend Erfrischung. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Frankfurt/Roth. Sebastian Kienle hat den Tag der Eisenmänner in Deutschland zu einer Leistungsdemonstration genutzt. Drei Tage nach seinem 33. Geburtstag gewann er als erster Triathlet zum dritten Mal nach 2014 und 2016 die Ironman-EM in Frankfurt. "Es war der geilste", sagte Kienle über seinen Sieg am Sonntag in der beeindruckenden Zeit von 7:41:42 Stunden. Zweiter wurde wie im Vorjahr der WM-Fünfte Andreas Böcherer, der WM-Dritte Patrick Lange schaffte es noch auf Platz sechs in deutlich unter acht Stunden.

Rund 200 Kilometer entfernt im fränkischen Roth riss eine deutsche Serie. Topfavorit Nils Frommhold stürzte auf der Radstrecke in Führung liegend. Mit einem kaputten Lenker konnte der 30 Jahre alte Berliner das Rennen über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen nicht mehr fortsetzen. Den Sieg bei der Challenge Roth sicherte sich der Belgier Bart Aernouts in 7:59:07 Stunden vor dem Vorjahreszweiten, dem Briten Joe Skipper, und dem Freiburger Maurice Clavel bei dessen Langdistanz-Premiere. Der 41 Jahre alte 2014er Roth-Gewinner Timo Bracht verpasste bei seinem letzten Wettkampf als Vierter das Podest.

In Frankfurt gaben die deutschen Athleten das Tempo von Beginn an vor. Auf der Radstrecke - die wegen Baustellen um drei Kilometer verkürzt worden war - lieferten sich Kienle und Böcherer einen packenden Zweikampf mit mehreren Führungswechseln. Beim abschließenden Marathon rannte der neue Dreifach-Europameister auf Böcherer einen Vorsprung von 4:25 Minuten raus. "Es war vor allem die Angst vorm Andi, die mich angetrieben hat", meinte Kienle, dem die Strapazen auch anzumerken waren: "Die größte Herausforderung ist, einen zusammenhängenden Satz rauszubekommen im Interview."

In Roth nutzte der 29 Jahre alte Maurice Clavel die Chance und schaffte es bei seinem ersten Wettkampf auf den dritten Platz. Er schwärmte von der Atmosphäre bei der Challenge Roth: "Das ist einzigartig auf dieser Welt." Clavel musste sich nur dem Belgier Bart Aernouts, der als einziger unter der Acht-Stunden-Marke blieb und dem Briten Joe Skipper, der wie im vergangenen Jahr Zweiter wurde, geschlagen geben. Auf den Ebersbacher Bracht rettete der Freiburger Clavel trotz Krämpfen auf der Laufstrecke einen Vorsprung von 1:53 Minuten. Für Bracht war es das letzte Rennen. Er beendet seine Karriere.

Die größte Herausforderung ist, einen zusammenhängenden Satz rauszubekommen im Interview.Sebastian Kienle
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