09.01.2009 - 00:00 Uhr
Sport

FC Bayern-Fanclub aus Nabburg sorgt für Furore: Hofmanns Reisen in die Bayern-Welt

Wir standen mitten im Fanblock der Nürnberger, und dann haben die Bayern auch noch 1:2 verloren. Einmal und nie wieder, habe ich mir damals geschworen." Das grauenvolle Erlebnis im Frankenstadion ist Vergangenheit, inzwischen kommt Veronika Hofmann mit dem Zählen nicht mehr nach, wie oft sie live von den Rängen aus bei einem Fußballspiel zugeschaut hat.

Knapp 14 Quadratmeter groß ist die Schaltzentrale des FC-Bayern-Fanclubs Nabburg. Bernd Hofmann (links) und seine Frau Veronika (rechts) organisieren von hier aus Fahrten und Flugreisen zu den Spielen des FC Bayern München. Egal ob Bundesliga, Champions League, Pokal - oder wenn es sein muss, auch zu UEFA-Cup-Spielen. Bild: ref
von Redaktion OnetzProfil

Anfänge in den 70er Jahren

1970 besuchte sie an der Seite von Ehemann Bernd das erste Mal ein Fußballstadion. Trotz der Niederlage war es der Beginn einer großen Leidenschaft, vor allem für einen Verein: Den FC Bayern München. "Wir sind alle eine große Familie", sagt Bernd Hofmann, und mit seiner Familie nahm alles seinen Anfang. Zunächst mit ihren zwei Jungs fuhren die Hofmanns oft ins Münchner Olympiastadion - erst mit einem Kleinbus, dann kamen immer mehr Freunde und Bekannte dazu.

Sieben Busse im Einsatz

"So langsam hat sich das entwickelt", erinnert sich Veronika. Irgendwann mieteten sie einen großen Bus, damit der Nabburger Fankreis seine Fußball-Lieblinge hautnah erleben konnte. "Am Anfang waren wir kein eigener Verein, sondern beim TV Nabburg eingetragen", erklärt Bernd Hofmann. Das änderte sich bald, je mehr Bayern-Fans aus der Gegend auf den Geschmack kamen - heute fährt je nach Anlass ein ganzer Konvoi aus der Oberpfalz nach München in die Allianz-Arena. "Beim Abschiedsspiel von Oliver Kahn waren wir mit sieben Bussen dort, beim Topspiel gegen Hoffenheim hatten wir fünf Busse im Einsatz", sagt Hofmann.

In Nabburg hat der fast 2000-köpfige Fanclub seinen Sitz, die Mitglieder stammen aus allen Regionen der Oberpfalz und etliche sind in ganz Bayern verstreut. Das kleine Büro in Nabburg (Hofmann: "Das war mal ein Kinderzimmer") ist vollgestopft mit zwei Computern, drei Druckern, einem Faxgerät, Scanner und Kopierer - die Schaltzentrale des Fanclubs.

Madrid, London, Lissabon

Aber nicht nur auf der Straße sind die Fanclub-Mitglieder unterwegs. Freitag, 19. Dezember: Gegen Mittag steht die Auslosung des Champions-League-Achtelfinales an. Bernd Hofmann greift in die Trickkiste, um vorne mit dabei zu sein: "Ich habe bereits zwei Stunden vor der Auslosung bei der Lufthansa je 50 Flugtickets für Madrid, London und Lissabon geordert." Gut gepokert, denn Arsenal London, Chelsea, Real Madrid, Athletico Madrid, Villareal oder Inter Mailand hätten auch die Gegner sein können - Sporting Lissabon ist es geworden. Und der Fanclub Nabburg ist Ende Februar in Portugal mit von der Partie: "Von den 50 Karten sind schon 35 weg, gleich nach der Auslosung habe ich die ersten Bestellungen bekommen", sagt Hofmann.

Kultur inklusive

Das Programm für den Lissabon-Trip steht schon in groben Zügen. Drei Tage mit Kultur und Fußball - eine Rundumversorgung ist inklusive: "Unsere Philosophie ist: Die Fans sollen einsteigen, und wir erledigen den Rest", erklärt Hofmann. Was bei Flügen gilt, ist bei Busfahrten selbstverständlich. "Ich mache bei allen Fahrten das Catering, bei den Auswärtsspielen geht es los mit Frühstück im Bus, Kaffee und Kuchen. Dann gibt es Sekt bei einer Pause auf einem Parkplatz - wir haben inzwischen eine komplette Ausrüstung an Geschirr und Besteck", sagt Veronika Hofmann.

Striktes Alkoholverbot

Apropos Alkohol: "Wir wollen als Fußballfans natürlich auch Vorbild für die Jugend sein. Bei uns herrscht Ordnung im Bus, es darf kein Alkohol mitgebracht werden. Ein Bierchen ja, aber gesoffen wird bei uns nicht. Wer nicht spurt, fliegt raus." Bernd Hofmann verweist darauf, dass es auf "seinen" Fahrten schon lange Zeit keine derartigen Probleme gab. Alle Bayern-Heimspiele werden besucht - alle. Und etliche Auswärtsspiele. Und alle Höhen und Tiefen miterlebt. Wie auch das legendäre Champions-League-Finale 1999 in Barcelona, als der FC Bayern binnen zwei Minuten gegen Manchester den Titel verspielte. "Ich habe noch sie so viele Männer auf einmal so weinen sehen", erinnert sich Veronika Hofmann.

Immer wieder, mittendrin im Gespräch, läutet eines der beiden Telefone: "Ja. Hofmann hier. Karlsruhe und Frankfurt habe ich noch. Schalke ist leider ausgebucht." Die Bayern-Fans verschenken gerne Gutscheine für Fußballspiele, vor Weihnachten war so etwas natürlich der Renner.

Perfekte Organisation

Seit über 20 Jahren organisieren die Hofmanns Fußball-Reisen, zu zweit wäre das Pensum aber nicht mehr zu bewältigen. "Wir haben eine sehr aktive Vorstandschaft, auf die können wir uns hundertprozentig verlassen", erklärt Bernd Hofmann. Die Organisation, so loben die Teilnehmer, sei perfekt. Das hat sich herumgesprochen, und inzwischen fahren auch kleine Fußballfans mit. Alleine. "Die Eltern vertrauen uns ihre Kinder an. Die werden dann im Bus betreut, im Stadion auf ihre Plätze geleitet und wieder abgeholt. Das klappt ausgezeichnet", erklärt Hofmann.

Es mache ihm Spaß, so Hofmann, und besonders freue es ihn, wenn nach so einer Fahrt - an der auch Nicht-Clubmitglieder teilnehmen können - die Leute zu ihm kommen und sagen: "Mensch, das war toll."

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