16.02.2018 - 06:45 Uhr
Deutschland & Welt

Olympische Winterspiele 2018 Deutsche gehen leer aus

Für die deutschen Skirennfahrer reicht es im olympischen Super-G wie erwartet nicht zu einer Medaille. Den Sieg holt sich überraschend der Österreicher Matthias Mayer. Auch im Slalom und im Snowboardcross der Damen sowie im Skeleton der Männer gehen die Deutschen leer aus.

Die Super-G-Gewinner: Matthias Mayer (Mitte, Gold) aus Österreich, Beat Feuzaus (links, Silber) aus der Schweiz und Kjetil Jansrud (Bronze) aus Norwege. Bild: Daniel Karmann/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Matthias Mayer hat der Skifahrer-Nation Österreich einen Tag der nach dem olympischen Abfahrts-Debakel mit Gold im Super-G einen unverhofften Glücksmoment beschert. Der 27 Jahre alte Skirennfahrer triumphierte am Freitag in Pyeongchang vor dem Schweizer Beat Feuz und Top-Favorit Kjetil Jansrud aus Norwegen, der vor vier Jahren in Sotschi den Super-G gewonnen hatte. Mayer ist nach dem Norweger Aksel Lund Svindal der zweite Mann, der bei Winterspielen eine Abfahrt und einen Super-G gewonnen hat.

Die deutschen Starter Andreas Sander, Thomas Dreßen und Josef Ferstl gingen wie erwartet leer aus. "Ich bin zufrieden, weil ich es probiert habe. Ich hatte einen kleinen technischen Fehler drin, der schwer auszubessern ist", sagte Sander. Der Ennepetaler war als Achter bester Deutscher. Dreßen belegte Rang zwölf. Am Vortag hatte der Mittenwalder als Fünfter der Abfahrt knapp eine Medaille verpasst. Für Ferstl (Hammer), der im Dezember den Super-G in Gröden für sich entschieden hatte, reichte es nicht zu einem Platz unter den besten 25.

Hansdotter Slalom-Olympiasiegerin - Deutsche historisch schlecht

Im Slalom der Damen hat sich die Schwedin Frida Hansdotter Olympia-Gold gesichert und Topfavoritin Mikaela Shiffrin auf Rang vier verwiesen. Die 32-Jährige fuhr am Freitag in Pyeongchang von Rang zwei aus dem ersten Durchgang nach vorne und feierte den größten Erfolg ihrer Karriere. Silber holte die Schweizerin Wendy Holdener, Bronze gewann völlig überraschend Katharina Gallhuber aus Österreich.

Sotschi-Olympiasiegerin Shiffrin musste einen Tag nach Riesenslalom-Gold dagegen zum ersten Mal seit ihrem WM-Titel 2013 bei einem Großereignis eine Slalom-Niederlage hinnehmen. Die Amerikanerin hatte sich vor dem ersten Lauf wie schon häufiger in ihrer Karriere übergeben. Die deutschen Fahrerinnen erreichten ihr schlechtestes Slalom-Ergebnis der Olympia-Geschichte: Marina Wallner kam auf Platz 19. Lena Dürr und Christina Geiger schieden aus.

Jana Fischer scheitert im Snowboardcross-Viertelfinale

Im Snowboardcross war die 18-jährige Jana Fischer Deutschlands erste Olympia-Teilnehmerin seit zwölf Jahren. Sie schaffte es am Freitag bis ins Viertelfinale. Dort wurde sie Vierte. Nur die besten Drei zogen ins Halbfinale ein. Gewonnen hat am Ende die Italienerin  Michela Moioli - vor der Französin Julia Pereira de Sousa Mabileau und Sotschi-Olympiasiegerin Eva Samkova aus Tschechien.

Fischer war in ihrem zweiten Qualifikationslauf gestürzt. Die 18-Jährige hatte bei hohem Tempo die Kontrolle verloren und war im Fangnetz gelandet, fuhr aber anschließend noch ins Ziel. Sie wurde danach wegen Nasenblutens versorgt, startete aber trotzdem im Viertelfinale. Da es bei den Herren am Donnerstag zahlreiche Stürze und Kritik an der Strecke gegeben, wurde diese vor dem Damen-Rennen entschärft. Unter anderem der Sprung im Zielbereich des Kurses wurde vereinfacht.

Deutsche Skeletonis ohne Medaille - Südkoreaner Yun siegt

Auch im Skeleton blieben die Deutschen ohne Olympia-Medaille. Der WM-Zweite Axel Jungk aus Oberbärenburg, der Oberhofer Christopher Grotheer und Alexander Gassner aus Winterberg belegten die Plätze sieben, acht und neun. Olympiasieger wurde der Südkoreaner Yun Sung Bin. Der Gesamtweltcup-Gewinner verwies den Russen Nikita Tregubow auf den Silber-Platz, Bronze ging an den Briten Dom Parsons. Der fünfmalige Weltmeister Martins Dukurs aus Lettland, der vor dem Final-Durchgang auf Rang zwei lag, rutschte noch auf den vierten Platz ab. Er wurde erneut zur tragischen Figur.

"Ein sehr emotionales Rennen, ich fand den Ausgang sehr krass, für Martins tut es mir besonders leid", sagte Jungk. Immerhin verpasste Dukurs im insgesamt vierten Anlauf Olympia-Gold, diesmal sogar die Medaille. Respekt hatte er auch für den Überraschungs-Dritten übrig: "Die Briten haben es sich verdient, weil sie hier eine kleine Revolution verursachen mit den Anzügen", erklärte Jung. "Meiner Meinung ist der Dominik (Parsons) nicht gut gefahren, die Startzeiten waren um Platz 22. Unten hatte er eine höhere Geschwindigkeit als Yun Sung Bin. Es wurde alles abgenommen, war alles legitim, sie haben alles richtig gemacht", betonte der Oberbärenburger hinsichtlich der neuen Rennanzüge der Briten, deren Material aus dem Bahnrennsport kommt.

Sturm stellt gegen Schweden um: Keeper aus den Birken pausiert

Am Freitag um 13.10 Uhr geht es dann für das deutsche Eishockey-Team in das zweite Vorrundenspiel gegen Weltmeister Schweden. Bundestrainer Marco Sturm stellt dazu sein Team um: Torhüter Danny aus den Birken vom EHC Red Bull Münchenbekommt  eine Pause. "Timo Pielmeier wird spielen", sagte Sturm rund neun Stunden vor dem Spiel. "Vier Spiele in fünf Tagen - deswegen geben wir dem Danny heute noch mal die Pause. Danny steht dann wahrscheinlich gegen Norwegen wieder im Tor", sagte Sturm zum Einsatz von Ingolstadts Pielmeier.

Zudem geben Abwehrspieler Sinan Akdag (Mannheim) und Frank Mauer (München), die gegen Finnland pausiert hatten, gegen Schweden ihr Olympia-Debüt. "Nicht spielen werden dafür diesmal Leo Pföderl und Jonas Müller", sagte Sturm, der zudem andeutete, die Spielreihen umstellen zu wollen.

Kommentare

Um Kommentare vefassen zu können müssen Sie sich Anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.