Olympische Winterspiele 2018
Eistänzer Lorenz/ Polizoakis im Finale - Freestylerin Cakmakli im Halbfinale

Kavita Lorenz und Joti Polizoakis in Aktion. Bild: Peter Kneffel/dpa
Sport
Deutschland und die Welt
19.02.2018
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Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeonchang schafft es Ski-Freestylerin Sabrina Cakmakli ins Halbfinale. Die Eistänzer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis schaffen es ins Finale. Außerdem bringt der Dopingverdacht um Curler Alexander Kruschelnizki Russland weiter in Bedrägnis. Die nächste Medaillenchance hat Deutschland um 12 Uhr im Eisschnelllauf.

Pyeongchang. Ski-Freestylerin Sabrina Cakmakli hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang das Halfpipe-Finale erreicht. Die 23-Jährige vom SC Partenkirchen bekam am Montag für den besten ihrer zwei Qualifikationsläufe 81,80 Punkte und belegte einen respektablen siebten Platz.

Nach einem guten und auf Sicherheit bedachten ersten Durchgang konnte sie den zweiten Lauf nicht stehen. "Ich bin so erleichtert. Das ist Wahnsinn", sagte Cakmakli. "Ich wollte eigentlich im zweiten Lauf noch einen draufsetzen." Die stärkste Leistung im Vorausscheid zeigte die Kanadierin Cassie Sharpe mit 93,40 Zählern. Das Finale der Top 12 steigt am Dienstag (02.30 Uhr MEZ). Cakmakli hatte es vor vier Jahren bei der Olympia-Premiere der Ski-Artisten als 14. der Qualifikation nicht ins Finale geschafft. Damals war sie erst einige Monate zuvor vom Slopestyle zur Halfpipe umgestiegen.

Oberstdorfer Eistänzer Lorenz/Polizoakis im Finale bei Olympia

Bei den Eistänzern haben es die Oberstdorfer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis sind ins Finale getanzt. Die dreimaligen deutschen Eistanz-Meister erreichten auf Rang 17 die Kür der besten 20 Paare am Dienstag (10 Uhr Ortszeit/ 2 Uhr MEZ). "Wir können sehr zufrieden sein, auch wenn die letzte Hebung besser hätte sein können", sagte Bundestrainer Martin Skotnicky am Montag in der Gangneung Eisarena. 59,99 Punkte zu lateinamerikanischen Klängen waren ordentlich, wenn auch knapp unter ihrer Saisonbestleistung (61,09).

"Jeder Fehler ist hier ein Weltuntergang, deshalb hatte ich bei der Hebung einen Herzinfarkt", gestand die 22-jährige Lorenz. Ihr gleichaltriger Partner Polizoakis erwischte ihren Fuß nicht ganz, rettete aber das Element. "Wir sind super zufrieden, das Teamevent war eine gute Erfahrung als Einstieg hier", meinte der in Deutschland geborene Sohn einer tschechischen Mutter und eines griechischen Vaters.
In Führung gingen die Team-Olympiasieger Tessa Virtue/Scott Moir. Die Kanadier stellten mit 83,67 Punkten eine Rekordmarke im Kurztanz auf. Zweite sind ihre Trainingskollegen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron (81,93) aus Frankreich vor Madison Hubbell/Zachary Donohue (USA/77,75).

Deutscher Verband warnt vor olympischer Skicross-Strecke

Währenddessen warnt der Deutsche Skiverband warnt weiter vor der Skicross-Strecke bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. "Es wurde schon ein bisschen was gemacht, aber es ist noch nicht das Gelbe vom Ei", sagte Skicross-Sportdirektor Heli Herdt nach dem Training am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Änderungen an der Zielgerade würden noch nicht ausreichen. "Da muss man sich was einfallen lassen. Wenn die alle im Rennmodus fahren, dann wird es wie in Sotschi, und das ist nicht der Sinn der Sache."

Bei den Winterspielen 2014 hatte es mehrere schwere Stürze gegeben.
In Pyeongchang waren bei den Snowboardcrossern zahlreiche Athleten gestürzt. Der Österreicher Markus Schairer hatte sich einen Halswirbel gebrochen. Die Strecke der Skicrosser unterscheidet sich von der der Snowboardcrosser im mittleren Abschnitt. Die Entscheidung bei den Herren fällt am Mittwoch, die Damen sind am Freitag dran.

Dopingverdacht bringt Russen bei Olympia in Bedrängnis


Der mögliche Dopingfall eines russischen Curlers bei den Winterspielen in Pyeongchang könnte die Rückkehr Russlands in die olympische Familie gefährden. "Sollte der Fall bestätigt werden, wird die Bewertungskommission dies berücksichtigen", sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Montag. Zuvor hatte ein Sprecher der Olympischen Athleten aus Russland ein mögliches Dopingvergehen in dem Team bestätigt.

Russischen Medien zufolge soll Alexander Kruschelnizki, dem Gewinner der Bronzemedaille im neuen Mixed-Wettbewerb der Curler, die Einnahme der verbotenen Substanz Meldonium in der A-Probe nachgewiesen worden sein. Die B-Probe sollte noch am Montag geöffnet werden.

Russlands Nationales Olympisches Komitee ist derzeit wegen des systematischen Doping-Betrugs bei den Heimspielen in Sotschi 2014 vom IOC suspendiert. In Südkorea dürfen die Sportler des Landes nur unter neutraler Flagge und ohne eigene Hymne starten. Das IOC hatte nach einem Prüfverfahren einer Reihe von russischen Topstars die Olympia-Teilnahme verweigert.

Eine Kommission unter Vorsitz von IOC-Mitglied Nicole Hoevertsz begutachtet während der Winterspiele, ob sich die Russen an einen vorab festgelegten Verhaltenskodex halten. Am Samstag entscheidet die IOC-Exekutive auf Empfehlung der dreiköpfigen Gruppe, ob die Suspendierung von Russlands NOK aufgehoben wird und die Russen wieder unter eigener Fahne an der Schlussfeier teilnehmen dürfen.
"Es gibt eine Reihe von Bedingungen, bevor sie ein Ja bekommen", sagte Adams. Eine der Verhaltensregeln für die Russen beinhaltet die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln. Sollten die Vorgaben des IOC "im Wortlaut und im Geist" nicht erfüllt werden, «wird es Konsequenzen geben», sagte Adams. "Es wäre sehr enttäuschend, wenn der Fall bewiesen wird", betonte der IOC-Sprecher.

Russlands Curling-Trainer Sergej Belanow wies den Doping-Verdacht gegen Kruschelnizki am Montag zurück. «Es wäre dumm, das gleiche Mittel zu nehmen, das für so viel Wirbel gesorgt hat. Alexander ist nicht dumm», sagte Belanow. Meldonium war zumindest bis 2014 besonders in Russland häufig unter den für Doping genutzten Mitteln.

Skispringer, Bobfahrer und Ihle hoffen auf Olympia-Medaillen

Im Laufe des Tages haben noch die deutsche Skisprung-Mannschaft (13.30 Uhr MEZ), Zweierbob-Pilot Nico Walther (12.15 MEZ) und Eisschnellläufer Nico Ihle (12 Uhr MEZ) gute Aussichten auf Medaillen. Nachdem Andreas Welliner bereits Gold von der Normalschanze und Silber von der Großschanze gewann, könnte es mit der Mannschaft nun bereits die dritte Medaille für den 22-Jährigen in Südkorea geben.
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