23.02.2018 - 06:35 Uhr
Deutschland & Welt

Olympische Winterspiele 2018 Francesco Friedrich schläft statt zu trainieren

In der Nacht auf Freitag gewinnt Kanada im Skicross-Finale der Frauen bei den Olympischen Winterspielen erneut Gold und Silber. Im Eiskunstlauf holt sich die Russin Alina Sagitowa den ersten Platz. Bei den deutschen Bobfahrern verschläft Francesco Friedrich das Abschlusstraining.

Die deutschen Bobfahrer Francesco Friedrich und die Anschieber Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis bei einemTrainingslauf. Bild: Wong Maye-E/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. im Skicross-Finale holte Kelsey Serwa aus Kanada vier Jahre nach Rang zwei in Sotschi den Olympiasieg in Pyeongchang und feierte damit am Freitag den größten Erfolg ihrer Karriere. Rang zwei ging an die Kanadierin Brittany Phelan, die 2014 noch als alpine Skirennfahrerin angetreten und im Slalom 15. geworden war. Skicross fährt sie erst seit zwei Jahren. Bronze sicherte sich Fanny Smith aus der Schweiz.

Die große Favoritin Sandra Näslund wurde Vierte. Die Weltmeisterin aus Schweden hatte vor Olympia vier Weltcup-Rennen in Serie gewonnen. Ohne die am Kreuzband verletzte Mitfavoritin Heidi Zacher hatte der Deutsche Skiverband bei den Winterspielen keine Chance auf eine Medaille. Julia Eichinger schied als einzige deutsche Teilnehmerin im Achtelfinale aus. Die 25-Jährige aus Neureichenau ging von einem Infekt geschwächt ins Rennen, wäre aber ohnehin keine Kandidatin für Edelmetall gewesen.

Im ersten Wettkampf nach ihrem Kreuzbandriss war die kanadische Sotschi-Olympiasiegerin Marielle Thompson im Achtelfinale nach einem harmlosen Sturz ausgeschieden. Ihre Teamkollegin India Sherret dagegen musste mit einem Rettungsschlitten geborgen werden. Die 21-Jährige ist nach Angaben des kandischen Teams in einem stabilen Zustand und wurde zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

Deutscher Skiverband setzt sich für gemäßigtere Strecken 2022 ein

Nach den vielen teils schweren Stürzen in Pyeongchang will sich der deutsche Skicross-Sportdirektor Heli Herdt beim Weltverband offensiv für gemäßigtere Strecken bei den Olympischen Winterspielen 2022 einsetzen. "Ich werde dafür kämpfen, dass wir das in vier Jahren nicht so erleben, sondern schöner, dafür stehe ich ein", sagte Herdt am Freitag. Beim Weltverband FIS sei er bekannt als jemand, "der das Herz auf der Zunge trägt. Das werde ich weiterhin so machen."

Gerade bei den Herren waren im Skicross ebenso wie im Snowboardcross mehrere Athleten schwer gestürzt. Der österreichische Snowboarder Markus Schairer hatte im olympischen Wettbewerb einen Bruch des fünften Halswirbels erlitten. Der kanadische Skicrosser Christopher Delbosco zog sich bei seinem Sturz im olympischen Finale einen Beckenbruch, vier Rippenbrüche und eine Lungenquetschung zu.

Eiskunstläuferin Sagitowa holt erstes russisches Gold

Im Eiskunstlauf hat die 15-jährige Alina Sagitowa die erste Goldmedaille bei den Winterspielen für die Olympischen Athleten aus Russland gewonnen. Die Europameisterin bezwang am Freitag in Pyeongchang mit 239,57 Punkten ihre drei Jahre ältere Teamkollegin Jewgenija Medwedjewa (238,26). Bronze ging an Kaetlyn Osmond (231,02) aus Kanada. Vor vier Jahren in Sotschi hatte in Adelina Sotnikowa die erste russische Eiskunstläuferin Gold für ihr Land geholt. Die dreimalige deutsche Meisterin Nicole Schott aus Essen beendete den Wettbewerb auf Platz 18.

Bob-Olympiasieger Friedrich: Lieber Schlaf statt Abschlusstraining

Statt des Vierer-Abschlusstrainings hat sich Zweierbob-Olympiasieger Francesco lieber noch ein bisschen Schlaf gegönnt. Cheftrainer René Spies gab für die Extraportion Regeneration am Freitag seine Erlaubnis, nachdem Friedrich bei den Übungsfahrten zuvor überzeugt hatte. "Der Franz hatte durch die ganzen Veranstaltungen mit Pressekonferenzen und Siegerehrung wenig Schlaf bekommen, das zehrt natürlich", sagte Spies.

Zudem betonte der Coach: "Franz hat mit dem Olympiasieg jetzt alles in seiner Karriere erreicht, da geht er mit einer gewissen Lockerheit ins Rennen. Selbst wenn er Fünfter werden würde, ist er trotzdem Olympiasieger, so fährt er jetzt auch. Er ist den oberen Bahnteil gestern sensationell gefahren."

Eishockey-Cracks träumen vom Finale, Biathleten von Gold-Abschluss

Am Freitag kämpfen erst die Biathleten mit der Männer-Staffel (12.15 Uhr MEZ) um das letzte Gold, dann will die Eishockey-Nationalmannschaft mit einem Sieg gegen Kanada (13.10 Uhr MEZ) ins Olympia-Finale einziehen. Um 11 Uhr MEZ startet zudem Eisschnelläufer Nico Ihle auf der 1000-Meter-Strecke.

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