Olympische Winterspiele 2018
Myhrer ältester Slalom-Sieger - Hirscher scheidet aus

Andre Myhrer aus Schweden ist der älteste Slalom-Olympiasieger. Bild: Michael Kappeler/dpa
Sport
Deutschland und die Welt
22.02.2018
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In der Nacht zum Donnerstag wird Andre Myhrer der älteste Slalom-Sieger der Olympia-Geschichte. Lindsey Vonn führt in der Alpinen Kombination und im Holland-Haus gibt es zwei verletzte Koreanerinnen. Die nächsten Gold-Chancen für Deutschland gibt es ab 8.30 Uhr


Pyeonchang. Der Schwede Andre Myhrer ist nach seinem Triumph in Pyeongchang der älteste Slalom-Olympiasieger der Geschichte. Im Alter von 35 Jahren und 42 Tagen gewann der Skirennfahrer am Donnerstag  vor dem Schweizer Ramon Zenhäusern. Der Österreicher Michael Matt wurde Dritter, sein Bruder Mario hatte vor vier Jahren in Sotschi im Alter von 34 Jahren Gold gewonnen. Myhrer profitierte vom Aus des Norwegers Henrik Kristoffersen, der nach dem ersten Durchgang geführt hatte. Top-Favorit Marcel Hirscher aus Österreich war bereits im ersten Lauf ausgeschieden. Fritz Dopfer verpasste einen Platz unter den besten 15 klar. Linus Straßer war im ersten Durchgang gescheitert.

Vonn führt im letzten Olympia-Rennen ihrer Karriere bei Kombination

In der Alpinen Kombination hat US-Skistar Lindsey Vonn als Schnellste in der Abfahrt  Chancen auf ihre zweite Medaille. Einen Tag nach Bronze in der Spezialabfahrt war sie am Donnerstag vor dem Slalom (7 Uhr MEZ) 0,74 Sekunden schneller als Silbermedaillengewinnerin Ragnhild Mowinckel aus Norwegen. Dritte der Schussfahrt war Michelle Gisin. Als beste Slalomfahrerin des Trios hat die Schweizerin bei nur 0,77 Sekunden Rückstand auf Vonn sehr gute Aussichten auf den Olympiasieg. Mikaela Shiffrin aus den USA geht mit 1,98 Sekunden Rückstand in den Slalom. Deutsche Athletinnen waren nicht am Start.

Skicrosserin Eichinger erkrankt - Strecke "unproblematisch"

Skicrosserin Julia Eichinger kämpft vor den Finalläufen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang mit einem grippalen Infekt. "Ich habe eigentlich nur flach gelegen, ich habe etwas erhöhte Temperatur. Die letzten Körner fehlen", sagte die sichtlich geschwächte 25-Jährige aus Neureichenau nach der Platzierungsrunde am Donnerstag.

In der Platzierungsrunde belegte Eichinger von 23 Starterinnen lediglich den 20. Platz. Auf die Schnellste Marielle Thompson aus Kanada betrug ihr Rückstand 4,45 Sekunden. "Es war von oben bis unten ein verkorkster Lauf", sagte die einzige deutsche Teilnehmerin. Die K.o.-Runden steigen am Freitag (2 Uhr MEZ).

Das deutsche Herren-Trio war am Mittwoch komplett im Achtelfinale ausgeschieden, der Wettbewerb wurde von schweren Stürzen überschattet. «Ich denke, für die Frauen ist es unproblematisch», sagte Eichinger. «Klar wird es den einen oder anderen Sturz geben, das ist einfach so. Aber dass wir so Weitenrekorde wie bei den Herren aufstellen werden, denke ich, ist nicht der Fall.»


Österreicherin Gasser erste Olympiasiegerin im Big-Air-Wettbewerb

Im Big-Air-Wettbewerb hat sich die österreichische hat sich die österreichische Snowboarderin Anna Gasser mit dem letzten Sprung des Wettbewerbs  das erste Olympia-Gold im Big-Air-Wettbewerb gesichert. Die Weltmeisterin zog mit 185,00 Punkten noch an der führenden Amerikanerin Jamie Anderson vorbei, die auf 177,25 Punkte kam und ihren insgesamt dritten Olympiasieg verpasste. Bronze ging am Donnerstag in Pyeongchang mit großem Rückstand an die Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott (157,50). Der Wettbewerb wurde erstmals bei Olympia ausgetragen.
Von den drei Sprüngen im Finale der besten Zwölf, in dem keine Deutschen vertreten waren, wurden die beiden besten gewertet. Die 26-jährige Gasser erzielte zum Abschluss 96,00 Zähler und schaffte damit die höchste Wertung des Tages.

Die Münchnerin Silvia Mittermüller verpasste die Olympia-Premiere im Big Air wegen einer Knieverletzung. Im Training vor dem Slopestyle-Finale hatte sich die 34-Jährige einen Meniskusriss zugezogen und musste bereits wieder abreisen.

Zwei verletzte Koreanerinnen bei Medaillen-Feiern im Holland Haus

Die Niederländer in der Nacht auf Donnerstag peinlich berührt hat hingegen eine Feier-Panne im Holland-Haus. Die Ehrung für die Bronzemedaille des Verfolgungsteams mit Eisschnelllaufstar Sven Kramer, Jan Blokhuijsen, Koen Verweij und Patrick Roest endete in Pyeongchang mit der Verletzung von zwei südkoreanischen Besucherinnen.

Auf der Bühne des voll besetzten Festsaals hatten die Vier eine übergroße runde Medaillenplatte erhalten, die sie dann aus Jux in das Publikum warfen. Die Platte landete unsanft in der Menge. Zwei Frauen wurden dabei verletzt. Mit blutendem Gesicht wurde eine der Südkoreanerinnen in ein Krankenhaus gebracht, die andere wurde vor Ort behandelt. Kramer und seine Teamkollegen entschuldigten sich sofort bei den Betroffenen. "Heute Abend endete die Zeremonie des Männer-Verfolgungsteams bei der Übergabe der Medaillenplatte von Athleten an die Öffentlichkeit unglücklich", hieß es im offiziellen Statement des Holland Hauses.

Nach jeder Oranje-Plakette werden dort die Medaillengewinner mit einer Show-Zeremonie geehrt. Am Mittwoch war das Fest von Tumulten der Fans begleitet. Zahlreiche Gäste machten so viel Lärm, dass die erste Ehrung des Abends nur nach deutlicher Ermahnung durch Sven Kramer durchgeführt werden konnte.

Gold-Chancen für Biathletinnen und Team der Kombinierer

Am Donnerstag, dem viertletzten Wettkampftag, bieten sich der deutschen Olympia-Mannschaft noch zwei große Chancen auf Gold. Die Staffel der Biathletinnen (12.15 Uhr MEZ) und die Mannschaft der Nordischen Kombinierer (8.30 Uhr) sind in Südkorea favorisiert. Im Shorttrack über 1000 Meter (11 Uhr MEZ) geht Bianca Walter als Außenseiterin an den Start

Deutsche Teilnehmer gibt es weder beim Big Air der Snowboarderinnen noch im Herren-Finale der Ski Freestyler in der Halfpipe. Auch in der Shorttrack-Arena über 500 Meter bei den Männern und der Staffel der Herren fehlen die Deutschen. Zudem steigt das Frauen-Finale im Eishockey zwischen Kanada und den USA.
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