15.02.2018 - 06:40 Uhr
Deutschland & Welt

Olympische Winterspiele 2018 Savchenko und Massot holen Gold - Dreßen und Rebensburg verpassen Medaillen

Mit einer Energieleistung in der Kür holen die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot  überraschend doch noch Gold in Pyeongchang. Skirennfahrer Thomas Dreßen wird allerdings in der Abfahrt nur Fünfter. Außerdem trennt sich das jamaikanische Bobteam von seiner deutschen Trainerin.

Aljona Savchenko und Bruno Massot gewinnen die Goldmedaille. Bild: Peter Kneffel/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Es ist der erste deutsche Olympiasieg im Paarlauf seit 66 Jahren: Aljona Savchenko und Bruno Massot haben mit einer grandiosen Aufholjagd die Goldmedaille im Paarlauf-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen gewonnen. Die WM-Zweiten machten nach dem verpatzten Kurzprogramm gleich drei Ränge gut.

Mit 235,90 Punkten distanzierten die Wahl-Oberstdorfer die Weltmeister Sui Wenjing/Han Cong aus China (235,47) und die Kanadier Meagan Duhamel/Eric Radford (230,15).

Savchenko und Massot verbesserten mit ihrer Kür mit 159,31 Punkten sogar ihren Rekord von 157,25 Punkten in der Kür aus dem gewonnenen Grand-Prix-Finale im Dezember. Für Savchenko war es bereits die dritte Olympia-Medaille. In Vancouver 2010 und Sotschi 2014 wurde sie an der Seite von Robin Szolkowy jeweils Dritte. Der Chemnitzer trainiert nun Tarassowa/Morosow.

Die EM-Achten Annika Hocke/Ruben Blommaert (171,98) aus Berlin erlaubten sich im Finale zu Romeo und Julia einige Unachtsamkeiten und kamen bei ihrer Premiere nach nur einem Jahr gemeinsamen Trainings auf Rang 16. "Das ist eine unglaubliche Motivation, jetzt wissen wir, woran wir arbeiten müssen", sagte die 17-jährige Hocke, die im deutschen Olympia-Team die Jüngste ist. Drei Plätze besser schnitten Ryom Tae Ok/Kim Ju Sik (193,63) ab, die sich als einzige Nordkoreaner sportlich für die Spiele qualifiziert hatten.

Thomas Dreßen auf Platz 5

Thomas Dreßen hat die erhoffte Medaille in der olympischen Abfahrt verpasst. Als Fünfter sorgte der Skirennfahrer aus Mittenwald am Donnerstag jedoch für das beste Winterspiele-Resultat eines deutschen Abfahrers seit 26 Jahren. Den Olympiasieg von Pyeongchang sicherte sich der Norweger Aksel Lund Svindal vor seinem Teamkollegen Kjetil Jansrud und dem Schweizer Favoriten Beat Feuz. Für Svindal war es sein zweites Gold nach dem Super-G-Triumph von 2010 - der 35-Jährige schaffte dieses Double als erster männlicher Alpiner.

"Im ersten Moment war ich schon enttäuscht, dass es für keine Medaille gereicht hat. Aber am Ende des Tages Fünfter zu sein, ist nicht so schlecht", analysierte Dreßen. "Ich habe wieder gezeigt, dass ich mich etabliert habe in der Weltspitze und werde alles daran setzen, dass ich da bleibe." Zuletzt war Markus Wasmeier als Abfahrts-Vierter bei Olympia 1992 in ähnliche Sphären gefahren.

Auch Andreas Sander zeigte eine solide Vorstellung und wurde guter Zehnter. "Meine Leistung war sicher nicht so gut, wie der Platz es jetzt zeigt", sagte der Ennepetaler. Als dritter deutscher Teilnehmer kam Josef Ferstl auf Platz 25. Vor vier Jahren in Sotschi war gar kein Abfahrer des Deutschen Skiverbandes am Start. Bereits am Freitag geht es für die Speedfahrer im Super-G (3 Uhr MEZ) wieder um Medaillen.

Rebensburg verpasst Olympia-Medaille im Riesenslalom

Im Riesenslalom verpasste Gold-Favoritin Viktoria Rebensburg hat bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang eine Medaille im Riesenslalom hauchdünn verpasst. Die beste deutsche Skirennfahrerin landete am Donnerstag beim Sieg der Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf Rang vier. Auf die drittplatzierte Federica Brignone aus Italien fehlten Rebensburg nur zwölf Hundertstelsekunden. Die 28-Jährige vergab die Chancen auf eine bessere Platzierung durch einen groben Fehler im ersten Lauf und konnte damit nach Gold 2010 und Bronze 2014 nun in ihrer Spezialdisziplin kein Edelmetall gewinnen. Shiffrin setzte sich vor Ragnhild Mowinckel aus Norwegen durch.

Halbfinal-Aus für Snowboardcrosser Nörl bei Olympia

Bei den Snowboardcrossern ist Martin Nörl nach einem Sturz im Olympia-Halbfinale ausgeschieden. In einem turbulenten Lauf wurde der 24-Jährige aus Adlkofen am Donnerstag in Pyeongchang am Ende Vierter. Nur die ersten drei jedes Rennens erreichen in dem Wettbewerb die nächste Runde. Zuvor waren Paul Berg aus Konstanz und Konstantin Schad aus Miesbach gescheitert. Der als Medaillenanwärter gehandelte Berg schied nach einem Sturz im Viertelfinale aus. Für Schad war bereits in der ersten K.o.-Runde Endstation.

Streit: Olympiasiegerin Kiriasis nicht mehr in jamaikanischem Bobteam

Nicht mehr an den olympischen Spielen teilnehmen wird hingegen die jamaikanische Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis. Sie und der jamaikanische Verband gehen noch vor dem Start der olympischen Frauen-Rennen am Dienstag getrennte Wege. Das gab die frühere Pilotin und Trainerin des Bobteams am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite bekannt. "Mir wurde ohne Angabe von Gründen und ohne, dass etwas vorgefallen ist, mitgeteilt, dass ich ab sofort nur noch als Bahntrainerin fungieren solle, das Olympische Dorf verlassen müsse, meine Akkreditierung als Teil des Teams verlieren werde und keinen Kontakt mehr zu den Athletinnen haben dürfe", schrieb die 43 Jahre alte Olympiasiegerin von 2006.

Der jamaikanische Verband wirft der Sächsin vor, nicht alles im Interesse des Teams getan zu haben. Kiriasis erklärte dagegen: "Ich weiß bis heute nicht, was der wahre Grund für diese Entscheidung ist und werde mich auf keinen Fall zur Marionette eines Verbandes degradieren lassen."

Dahlmeier startet erst mit Nummer 80 - Peiffer mit der 18

Am Donnerstagvormittag startet dann Laura Dahlmeier als Letzte der Favoritinnen in das schwere olympische Biathlon-Einzel von Pyeongchang. Nachdem das Rennen am Mittwoch wegen der starken Winde auf Donnerstag (9.15 Uhr MEZ) verschoben wurde, entschied sich die zweimalige Olympiasiegerin für die letzte Startgruppe und geht erst als 80. von 87 Skijägerinnen in ihre Mission Gold-Triple.

Die Männer dagegen haben in ihrem Rennen frühe Startgruppen gewählt. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer startet am Donnerstag (12.20 Uhr/MEZ) mit der 18 bereits als zweiter deutscher Skijäger. Der ehemalige Verfolgungsweltmeister Erik Lesser geht über die 20 Kilometer mit der 16 als erster des DSV-Quartetts in die Loipe. Wenig später ist auch Massenstart-Weltmeister Simon Schempp mit der 21 auf der Jagd nach Edelmetall.

Johannes Kühn, der für den angeschlagenen Verfolgungs-Dritten Benedikt Doll nominiert wurde, läuft mit der 49 los. Auch Topfavorit Martin Fourcade ist früh dran. Der Olympiasieger in der Verfolgung aus Frankreich zog bei der Startnummern-Auslosung wenige Stunden vor dem Rennen die 23. Insgesamt nehmen 86 Skijäger am Olympia-Einzel der Männer teil. 87 sind es bei den Frauen.

Nach der Verschiebung waren bei den Frauen die Startgruppen neu ausgelost worden, bei der ersten Auslosung hatte Dahlmeier noch die Startnummer 34. Mit ihrer jetzigen Entscheidung spekuliert die siebenmalige Weltmeisterin ganz offensichtlich auf zum Ende hin besser werdende Bedingungen. Mitfavoritinnen wie die Slowakin Anastasiya Kuzmina (6.) oder die Weißrussin Darja Domratschewa (28.) starten deutlich früher. Dahlmeier kann dagegen auf die Ergebnisse der Konkurrenz reagieren.

Erste des deutschen Quartetts ist Franziska Hildebrand, die sich aber auch erst mit der Nummer 45 auf den Weg macht. Olympia-Debütantin Maren Hammerschmidt startet als 54., Franziska Preuß geht in ihrem ersten Rennen in Südkorea als 73. in die Loipe.

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