12.01.2018 - 22:26 Uhr
Deutschland & Welt

Abgelehnter Asylbewerber gesteht am ersten Prozesstag Messerattacke in Hamburger Supermarkt Geständnis zum Prozessauftakt

Hamburg. Gut fünf Monate nach dem Messerattentat in einem Hamburger Supermarkt mit einem Toten und sechs Verletzten hat der angeklagte Palästinenser die Bluttat gestanden. Der Anwalt des abgelehnten Asylbewerbers verlas am Freitag zu Prozessbeginn vor dem Staatsschutzsenat des hanseatischen Oberlandesgerichts ein Geständnis. "Er bekennt sich in allen Anklagepunkten ausdrücklich schuldig", erklärte er. "Die Taten hatten aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund."

Der Angeklagte Ahmad A. im Gerichtssaal. Bild: Christian Charisius/dpa/dpa
von Agentur DPAProfil

Laut Bundesanwaltschaft handelte der Täter aus islamistischer Gesinnung. Ihm sei es darum gegangen, so viele Deutsche christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden. Der Anwalt erklärte dazu: "Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Dschihad." Darunter verstehen radikale Muslime den Kampf zur Verteidigung und Verbreitung des Islams beziehungsweise den "Heiligen Krieg" gegen Ungläubige. Die Anklage hält den Palästinenser für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. Sein Anwalt sagte, der Angeklagte habe unter sehr großer Anspannung gestanden, aus der heraus er die Taten begangen habe. Ahmad A. ließ weiter erklären, dass er Fragen zu Details der Taten nicht beantworten werde. Dafür beantwortete er Fragen zum Lebenslauf. Demnach hatte er angefangen, Zahnmedizin zu studieren, aber abgebrochen. Nach Deutschland kam er, um arbeiten und auf eigenen Beinen zu stehen.

Der Angeklagte hatte in einer Edeka-Filiale einen 50-Jährigen erstochen und anschließend sechs Menschen verletzt. In seiner Flüchtlingsunterkunft wurde eine kleine, selbstgebastelte Fahne des IS gefunden. Doch die Terrormiliz hat sich nicht zu der Messerattacke bekannt.

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