10.03.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Amok mit Axt

Ein Mann verletzt im Düsseldorfer Hauptbahnhof mit einer Axt wahllos Menschen. Vier der Opfer schweben in Lebensgefahr. Die Ermittler nehmen einen Verdächtigen mit schweren psychischen Problemen fest.

Ein Mann hatte im Düsseldorfer Hauptbahnhof mit einer Axt mehrere Menschen verletzt. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Düsseldorf. Der psychisch kranke Angreifer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit, die diese Maßnahme statt einer Untersuchungshaft beantragt hatte. Ein Richter habe dem entsprochen, sagte der Sprecher am Freitagabend. Der 36 Jahre alte Mann aus dem Kosovo hatte am Vorabend neun Menschen mit einer Axt verletzt, einige von ihnen schwer. In seiner Wohnung sei ein Attest gefunden worden, das ihm eine "paranoide Schizophrenie" bescheinige, berichtete die Polizei. Sein Bruder habe berichtet, dass er sich vor einer Woche eine Axt gekauft habe, weil er sich verfolgt fühle. Unter den Verletzten sind auch ein 13-jähriges Mädchen aus Düsseldorf und zwei italienische Touristinnen.

Amok-Lage

Die Tat habe im Eingangsbereich eines S-Bahn-Wagens begonnen, sich auf dem Gleis und in der tiefer gelegenen Bahnhofshalle fortgesetzt, so die Polizei. Der Täter sei dann, verfolgt von Bundespolizisten, auf die Gleise gerannt und 240 Meter entfernt von der Bahnhofshalle von einer Brücke mehrere Meter tief auf eine Fahrbahn gesprungen. Dabei habe er sich Knochenbrüche zugezogen. Die Polizei hatte das Geschehen als Amok-Lage eingestuft und fast 600 Beamte zusammengezogen. Wenn der Lokführer der S-Bahn nicht geistesgegenwärtig die Türen geschlossen hätte, wären womöglich mehr Menschen verletzt worden. Es gebe keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

Der 36-Jährige sei nicht vorbestraft. Er sei 2009 aus dem Kosovo gekommen. Hinweise auf Mittäter gebe es nicht. Der Hauptbahnhof blieb stundenlang gesperrt. Nach Angaben der Düsseldorfer Universitätsklinik war am Freitag kein Opfer mehr in Lebensgefahr. Die Verletzten seien zwischen 13 und 50 Jahre alt.

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