23.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Angst vorm ersten Schultag - Schrauben Eltern ihre Erwartungen zurück, können sie oft für ... Bauchweh statt Mathe

von Redaktion OnetzProfil

So viele neue Kinder. Ein neues Klassenzimmer. Und was, wenn der Lehrer streng ist und viele Hausaufgaben aufgibt? Nicht alle Kinder blicken euphorisch ihrer Einschulung entgegen. Sie sind nervös, manche plagen viele Ängste und Sorgen. "Schulangst ist keine Diagnose, sondern ein Symptom", sagt Psychologe Albert Zimmermann.

Häufig legt sich das innerhalb der ersten Tage. Wenn die Angst bleibt, sollten sich Eltern Gedanken machen, sagt Maria Lampl, Vorsitzende des bayerischen Elternverbands in Lauf. Wichtig ist dann herauszufinden, woher die Angst kommt. "Sind es vermeintlich unerreichbare Vorbilder, zum Beispiel die Geschwister? Sind es andere Kinder, die von ihren Eltern Druck bekommen und weitergeben?", fragt Lampl.

Auch inkonsequente Erziehung, zu große Nachgiebigkeit in der Trotzphase oder Überforderung des Kindes durch Erwartungen, die seinen Fähigkeiten nicht angemessen sind, können dazu führen, dass das Kind nicht in die Schule gehen möchte. Hinter solchem Verhalten der Eltern stecke häufig Angst, die sich auf die Kinder übertrage und sie abhängig mache.

Typische Ursache für Schulangst sind überhöhte Erwartungen der Eltern, bestätigt Lampl. "Die Kinder sollen es mal besser haben, bessere Noten bringen, mehr leisten, es weiterbringen", erklärt sie. Auch das Verhalten und die Persönlichkeit von Lehrern haben Einfluss darauf, ob Kinder Schulangst entwickeln.

Um die Situation zu entspannen, dürften Eltern ihrem Nachwuchs keine Angst vor der Schule machen, betont Christian Henkes vom Kultusministerium. "Es ist wichtig, den Kindern ein positives Gefühl zu geben und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu haben.". Mama und Papa sollten schöne Geschichten aus ihrer Schulzeit erzählen oder das Kind neugierig auf diese neue Phase machen. "Es ist etwas Tolles, in die Schule zu gehen", sagt Henkes. Das müsse beim Kind hängenbleiben.

Ist die Angst erstmal da, hilft es nicht, sie zu ignorieren. "Angst abbauen geht nur, wenn wir Kinder ernst nehmen", sagt Lampl. Sie empfiehlt, den Kindern zu zeigen, was sie gut können und dafür zu loben. "Das macht sie stark, so dass sie mit der Angst umgehen können."

Oft klagen schulängstliche Kinder über Kopfschmerzen, Bauchweh oder Übelkeit. "Die meisten Eltern gehen mit ihren Kindern wegen ihrer körperlichen Symptome zunächst zum Hausarzt", erklärt Zimmermann. Er empfiehlt, nicht nachzugeben und sie trotzdem zur Schule zu schicken. "Du kannst das, du schaffst das, das traue ich dir zu", seien wichtige Bestätigungen. (dpa/tmn)

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