22.08.2017 - 10:07 Uhr
Deutschland & Welt

Anschlag in Barcelona: Ermittlungen gehen weiter Terror-Verdächtige vor Richter

Madrid. Nach den Anschlägen in Spanien gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen weiter. Die vier festgenommenen Mitglieder der verantwortlichen Terrorzelle von Katalonien sollen am Dienstag einem Richter in Madrid vorgeführt werden.

Die Polizei trauert um die Opfer des Terroranschlags an der Flaniermeile - und ermittelt weiter gegen Terrorverdächtige. Bild: Santi Palacios/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Der Sender TV3 veröffentlichte Bilder von der Ankunft der Verdächtigen am Hauptquartier der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil in der Hauptstadt. Die Ermittler wollen auch feststellen, wo sich der mutmaßliche Haupttäter Yunes Abouyaaqoub in den drei Tagen nach dem Anschlag in Barcelona aufhielt. Die Polizei tötete ihn am Montagnachmittag in Subirats etwa 50 Kilometer von Barcelona. Spani-schen Medienberichten zufolge vermutet die Polizei, dass er zu Fuß unterwegs gewesen sei. Er sei ungepflegt gewesen, schrieb die Zeitung "La Vanguardia". Abouyaaquoub habe die Kleidung gewechselt, habe aber keine Tasche, kein Telefon oder Bargeld bei sich gehabt.

Bei dem Anschlag in Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas am Donnerstag und einem vereitelten Attentat in der Stadt Cambrils starben insgesamt 15 Menschen, mehr als 120 wurden verletzt. Die zwölf mutmaßlichen Angehörigen der islamistischen Terrorzelle sind nach Angaben des katalanischen Polizeichefs Josep Lluís Trapero alle tot oder in Haft.
Auch der als Kopf der Terrorzelle gesuchte Imam Abdelbaki Es Satty ist tot. Der Mann sei wie vermutet am vergangenen Mittwoch bei der Explosion in einem Haus in Alcanar südlich von Barcelona ums Leben gekommen, sagte Trapero am Montagabend. In dem Haus sollen die Terroristen ihre Anschläge geplant haben.

Die muslimische Gemeinde von Katalonien verurteilte am Montagabend mit einer Kundgebung auf der Plaça de Catalunya am obersten Teil der Ramblas - dort, wo die Terrorfahrt von Abouyaaquoub begann - die Anschläge. "Wir sind Muslime, keine Terroristen" und "Nein zum Terrorismus" war unter anderem auf Plakaten zu lesen. Zahlreiche andere Organisationen und Politiker schlossen sich der Demo an.

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