13.11.2017 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Apotheker soll Krebsmedikamente gepanscht haben: Tausend geschädigte Patienten?

Essen. Es geht um Betrug in Millionenhöhe und um mindestens 1000 geschädigte Krebspatienten: In einem der spektakulärsten Medizin-Skandale der vergangenen Jahre steht ein Apotheker in Essen vor Gericht, weil er massenhaft Krebsmedikamente gepanscht haben soll. Laut Anklage soll allein den gesetzlichen Krankenkassen ein Schaden von 56 Millionen Euro entstanden sein. Ob der Angeklagte im Laufe des Prozesses sein Schweigen bricht und sich zu den Vorwürfen äußert, blieb unklar. Zahlreiche Kunden der Bottroper Apotheke verfolgten den Prozessauftakt am Montag.

Ein Apotheker soll seit 2012 fast 62 000 Krebsmedikamente gepanscht haben. Bild: Weihrauch/dpa
von Agentur DPAProfil

Zwischen 2012 und 2016 soll der Apotheker fast 62 000 Mal Krebsmedikamente mit zu wenig Wirkstoff versehen haben. Es sei ihm darum gegangen, "sich eine erhebliche Einnahmequelle zu verschaffen", argumentiert die Staatsanwaltschaft. In der Anklageschrift sind 35 Wirkstoffe aufgeführt, von denen der Apotheker höchstens 70 Prozent der eigentlich benötigten Menge eingekauft haben soll. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz, Betrug und versuchte Körperverletzung. Dem 47-Jährigen drohen bis zu zehn Jahren Haft sowie ein Berufsverbot.

Betroffen sind den Ermittlungen zufolge Patienten von 37 Ärzten, Praxen und Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen. Der mutmaßliche Medikamentenskandal war von zwei Mitarbeitern des Apothekers aufgedeckt worden. Sie hatten sich über einen Anwalt an die Staatsanwaltschaft gewandt.

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