28.01.2017 - 10:19 Uhr
Deutschland & Welt

Auch Senioren können sich mit Computer, Smartphone und Co zurechtfinden Fenster zur Welt

Dafür bin ich zu alt." So denken viele Menschen, die nicht mit dem Internet großgeworden sind. Smartphones, Tablets, Skype und Whatsapp - all das glaubt manch ein älterer Mensch nicht zu brauchen. Andere haben Angst, dass sie nicht verstehen würden, wie es funktioniert. Elisabeth Graff, Vorsitzende des "SeniorenComputerClubs (SCC) Berlin-Mitte" warnt vor dieser Einstellung. "Wer sich der virtuellen Welt verschließt, wird Nachteile haben."

In Kursen können Senioren gemeinsam lernen, mit dem Computer umzugehen. Archivbild: dpa/Sebastian Gollnow
von Agentur DPAProfil

Einige Banken nehmen mittlerweile Gebühren für handgeschriebene Überweisungen. Vom Computer aus Geld zu transferieren, ist also nicht nur bequemer, sondern auch günstiger. Ähnliches gilt für Briefe. Während die Post das Porto ständig erhöht, ist das Verschicken einer E-Mail kostenlos - und zudem deutlich schneller. Noch schöner ist es, mit Kindern, Enkeln und Freunden rund um den Globus via Bildtelefonie in Kontakt zu bleiben. "Gerade bei abnehmender körperlicher Beweglichkeit im Alter kann das Internet ein Fenster zur Welt sein", betont Graff.

Ähnlich sieht es Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen in Bonn. Viele ältere Menschen haben jedoch Angst, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Dagegen können sie etwas tun, betont Lenz: Ein Antivirenprogramm, das auf den heimischen Computer installiert wird, verhindert, dass Kriminelle schädliche Viren in den Rechner einschleusen.

Vor dem Kauf eines PCs sollten sich Ältere beraten lassen, empfiehlt Graff. Helfen können dabei etwa Clubs oder Vereine, die sich darauf spezialisiert haben. Auch Computer-Kurse helfen weiter. Bei der Wahl des Kurses ist entscheidend, wie viel der Interessierte schon weiß. Es gibt Angebote für Leute, die noch keine oder nur wenige PC-Kenntnisse haben. Für Fortgeschrittene bieten sich Spezialkurse über Bildbearbeitung, Onlinebanking oder die Gestaltung von Videofilmen an. In anderen Kursen geht es um den Umgang mit Facebook, Whatsapp und Bildtelefonie.

Grundsätzlich sind Menschen bis ins hohe Alter lernfähig, erklärt Graff. Um aber zuverlässig im Langzeitgedächtnis zu verankern, wie man eine Nachricht via Whatsapp verschickt oder sich im Onlinebanking einloggt, muss der Vorgang noch häufiger wiederholt werden als bei jüngeren Menschen. "Dann ist der Lernerfolg sicher", sagt Graff.

Die Atmosphäre in der Kleinstgruppe animiert zum Fragen, hat Günter Voß beobachtet. Er ist Koordinator im SCC Berlin-Mitte. "Die Senioren stellen fest, dass sie mit ihren Computer-Problemen nicht alleine sind." (dpa/tmn)

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