Auf der IFA in Berlin geht es ums Fernsehen und um das komplett vernetzte Leben
Schöne smarte Welt

In weniger als 30 Minuten sollen mittels einer Heißluftfritteuse von Tefal aus frischen Kartoffeln Pommes Frites werden. Bild: Tefal

Für alles gibt es eine App. Längst haben auch die Gerätehersteller die Stärken von Smartphones und Tablets als Steuereinheiten und Lieferanten von Inhalten im Heimnetzwerk erkannt. Deshalb stehen auf der Internationalen Funkausstellung IFA (5. bis 10. September) nicht allein riesige Flat-TVs oder klanggewaltige AV-Receiver im Fokus. Wichtig ist vor allem, wie smart die Geräte sind. Dabei gilt: Was nicht netzwerkfähig ist, wird netzwerkfähig gemacht.

Ein Flachbildfernseher steht einer Studie zufolge in fast jedem Haushalt (86 Prozent), in mehr als jedem dritten (38 Prozent) sogar ein Gerät mit Internetzugang. Neben Smart-TV sind vor allem die ultrahochauflösenden Videoformate UHD und 4K Trendthema und TV-Aushängeschild. Dazu kommen bei LGs 105UC9 und bei Samsungs S9W gebogene Displays mit Diagonalen von fast 2,70 Metern (105 Zoll) - unfassbar groß, wie auch ihre Preise um 100 000 Euro. Erschwinglicher werden die kleineren, planen UHD-Fernseher sein, wie der in 48 (1,22 Meter) oder 55 Zoll (1,40 Meter) angekündigte Grundig Vision 8 UHD mit Gestensteuerung.

Mobile Systeme

In jedem Fernseher steckt heute ein Rechner mit Betriebssystem, der die Smart-Funktionen umsetzt. Nun kommen erprobte mobile Systeme auf die TVs. LG setzt etwa auf neuen Geräten WebOS ein, während Philips Android nutzen will. Die Vernetzung und Steuerung von Geräten, Licht oder auch der Heizung daheim, das sogenannte Smart Home, ist auf der IFA ein großes Thema. Per WLAN oder Bluetooth werden selbst Lampen smart, etwa die LED-Leuchten namens Hue von Philips, Smart Bulb von Samsung oder Striim Light von Awox. In letzteren steckt auch noch ein Lautsprecher fürs Musik- streaming. Mit Hue Tap (60 Euro) hat Philips eine netzwerkfähige Fernbedienung angekündigt, die ihre Energie kinetisch per Tastendruck bezieht. Dell, Intel, Samsung und andere arbeiten im Open Interconnect Consortium an einem Smart-Home-Standard zur nahtlosen Vernetzung.

Das Schweizer Unternehmen Digitalstrom setzt auf ein universelles Konzept mit schaltbaren Chip-Lüsterklemmen. Die können vor beliebige Geräte oder Schalter geklemmt werden und lassen sich über eine zentrale WLAN-Einheit im Sicherungskasten kontrollieren und vom Nutzer per App bedienen. Das umfasst nicht nur das Ein- oder Ausschalten, sondern auch Interaktionen von Geräten: Ist der Wasserkocher fertig, flackert die Wandlampe kurz auf, klingelt jemand an der Haustür, stoppt die Musik, oder die Waschmaschine twittert das Ende des Waschgangs, nennt das Unternehmen Beispiele.

LTE-Smartphones

Smartphones und Tablets sind als Fernbedienung, Abspielgerät oder Medienserver längst die Joker im Heimnetzwerk. Ein Trend auf der IFA sind günstige LTE-Smartphones. Dazu zählen etwa die Fünf-Zoll-Androiden Hisense Sero 5 L691 oder Acer Liquid Jade Plus, das nur 7,5 Millimeter dünn ist. Bis Jahresende will sich noch jeder fünfte Verbraucher (20 Prozent) ein neues Smartphone kaufen, wie aus einer Studie hervorgeht. Und 17 Prozent planen einen Tablet-Neukauf bis Jahresende. Auch aus diesem Bereich gibt es Neuheiten, etwa Acht-Zoll-Geräte mit Atom-Vierkern-CPUs von Intel: Während Acer beim Iconia Tab 8 auf Full-HD-Auflösung und Android setzt, kommt Toshibas Encore 2 mit HD-Display und Windows 8.1 als Betriebssystem.

Ein Großteil der Anlagen, AV-Receiver oder Zuspieler ist inzwischen ebenfalls netzwerkfähig. Viele Nutzer, die auf Smartphones und Tablets als Medienzentralen setzen, brauchen aber eigentlich nur noch Aktivboxen. Diesem Trend tragen die Hersteller mit WLAN-Lautsprechern Rechnung. Auf der Messe stehen beispielsweise entsprechende Boxen von den Herstellern Sony und Samsung.
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