30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Aufstiegschancen in der Baubranche Leserbriefe

von Redaktion OnetzProfil

Über die Situation der Auszubildenden und konkret zum Kommentar "Auch auf die unten schauen" (19. August) des AZ-Redakteurs Andreas Ascherl schreibt Mickan-Geschäftsführer Günther Hofbeck:

Grundsätzlich können wir uns der Einschätzung der Handwerks- und Handelskammer über fehlende Auszubildende anschließen. Unser Unternehmen bildet seit über vierzig Jahren kontinuierlich in den Bauberufen aus und bietet seit Jahren circa zehn Ausbildungsplätze für die Berufe Beton-/Stahlbetonbauer, Tiefbauer, Maurer, Baumaschinenschlosser, Baugeräteführer und Bürokaufmann/-frau an.

Richtig ist, dass auch wir seit etwa drei Jahren nur mehr zwei bis drei Auszubildende pro Jahr gewinnen konnten. Allerdings können wir Ihre Behauptung, dass der Beruf Maurer/Betonbauer etc. zwar ehrbar aber unattraktiv bzw. unterbezahlt oder mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden ist, nicht teilen.

Hier denken wir, hätte eine etwas intensivere Recherche ein anderes Ergebnis zutage gebracht. Fest zu halten ist, dass unsere Azubis in diesen Bauberufen im 1. Lehrjahr 690 Euro, im 2. Lehrjahr 1060 Euro und im 3. Lehrjahr 1.339 Euro erhalten.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Arbeitsschutzgesetze in den letzten Jahren intensiv die zumutbare körperliche Belastung reduziert haben und eine Vielzahl von Kleingeräten (wie Minibagger, Bobcat, Maurerbühnen, Kräne, Ladekräne, Kleinlader, etc. ) unterstützend zur Verfügung stehen.

Im Ergebnis möchten wir deshalb festhalten, dass Artikel wie "Angemerkt" dem "ehrbaren Handwerk" wohl kaum weiterhelfen werden, insbesondere dann, wenn von jungen Leuten gelesen, der Eindruck erweckt wird, der Beruf sei schlecht bezahlt. Dies ist sicher nicht der Fall.

Nicht unwesentlich ist ferner, dass seit Jahren alle Auszubildenden eine Festanstellung im Unternehmen erhalten haben und dies nach unserer Kenntnis auch von anderen Ausbildungsbetrieben so gehandhabt wird.

Das Monatseinkommen eines Facharbeiters beträgt bei einer tariflichen Arbeitszeit, das heißt ohne Überstunden übrigens, 3150 Euro (brutto).

Aufstiegschancen zu Polier und Techniker sind dabei ebenfalls nicht außer Acht zu lassen. Gerade in Zeiten des Outsourcings ist der Bedarf an Führungskräften für die Zukunft größer denn je. Hier stehen noch weit höhere Vergütungen an. Im Vergleich zu anderen Berufen, auch in der Industrie (Automobilindustrie ausgenommen) glaube ich, braucht sich der Bauberuf, was insbesondere die Bezahlung anbelangt, nicht verstecken.

Günther Hofbeck,GeschäftsführerBauunternehmen Mickan

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