11.09.2017 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

Ausmaß der Schäden nicht ansatzweise absehbar "Irma" wütet in Florida

Es ist noch nicht ausgestanden: Über einen großen Teil von Florida ist Hurrikan "Irma" hinweg. Doch das Ausmaß der Schäden ist noch nicht ansatzweise absehbar.

Mit gewaltiger Zerstörungskraft hat Hurrikan "Irma" am Sonntag die Südspitze Floridas erreicht. Bild: Wilfredo Lee/dpa
von Agentur DPAProfil

Miami/Tampa. In der Nacht zum Montag (Ortszeit) wurde der Hurrikan, der zuvor Kuba und andere Teile der Karibik heimgesucht hatte, auf die niedrigste Kategorie eins herabgestuft. "Irma" hat sich über Florida abgeschwächt, bleibt aber gefährlich. Der Sturm riss Dächer von Häusern, überflutete Straßen und kappte Stromleitungen. Es gab Berichte über Plünderungen und Einbrüche. 5,7 Millionen Haushalte in Florida waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Damit sind mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Haushalte in dem US-Bundesstaat ohne Elektrizität, wie der Katastrophenschutz am Montag in Tallahassee mitteilte.

Es gab Berichte über Plünderungen und Einbrüche. Mindestens vier Menschen kamen bislang ums Leben. Wie groß die Schäden am Ende sein werden, ist noch völlig unklar.

Amerikanische Medien schilderten aus mehreren Städten an der Ostküste des US-Bundesstaats Überfälle, viele der Täter seien bewaffnet. Die Polizei von Miami meldete 28 Festnahmen von mutmaßlichen Plünderern. Zudem verhängte der umliegende Landkreis eine Ausgangssperre bis 7 Uhr (Ortszeit, 13 Uhr MESZ). In der Stadt Weston wurde nach Angaben verschiedener lokaler Medien ein 17 Jahre alter Dieb von einem Sicherheitsbeamten angeschossen. Durch die Altstadt und das Bankenviertel von Miami wälzten sich Wassermassen. Auf zahlreichen Bildern und Videos war zu sehen, dass heftige Stürme das Wasser in die Stadt drückten und große Straßen zu reißenden Flüssen machten. Auch in der zentral gelegenen Großstadt Orlando berichteten Augenzeugen auf Twitter von hüfthohem Wasser.

Sturmfluten erwartet

Zuletzt wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometer gemessen. Zuvor waren es bis zu 229 Stundenkilometer. Am Montag (Ortszeit) änderte das US-Hurrikanzentrum einen Teil der Einstufungen von Hurrikan- in Tropensturm-Warnungen. Während "Irma" an der Atlantikküste für Überschwemmungen sorgte, ging das Wasser an der Golfküste im Westen zurück. Meteorologen warnten aber, dass es zurückkommen werde. "Natürlich kommt das Wasser nicht langsam zurück, sondern als Welle", sagte Klimaexperte Anders Levermann im ZDF.

Die verbliebenen Menschen am Golf bereiteten sich auf Sturmfluten von bis zu 4,5 Metern Höhe vor. "Jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt", sagte der Bürgermeister von Tampa, einem Zentrum der Golfküste, der "New York Times". "Nun, wir kriegen demnächst einen Schlag ins Gesicht."

Der Sender ABC berichtete von fünf Toten, die bei Autounfällen starben oder tot in ihren Häusern gefunden wurden. Die "New York Times" schrieb von vier Toten. Die Zahlen könnten noch steigen. Zuvor waren mehr als 6,5 Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. Weit über 100 000 Menschen harrten in Notunterkünften aus. Auch mehr als 600 Kilometer vom Auge des Sturms entfernt sorgt "Irma" noch für tropensturmartige Winde. In Nachbarstaaten wurde der Notstand ausgerufen. Auch im Süden von Georgia waren 10 000 Haushalte ohne Strom.

Unbewohnbare Gebiete

US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen. Bereits bevor "Irma" aufs Festland getroffen war, hatte Trump eine Notfall-Deklaration erlassen, welche Florida finanzielle Hilfen der Bundesregierung ermöglicht.

"Irma" hält die Region seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete gelten als unbewohnbar. Schwere Schäden gab es auf Kuba, den Jungferninseln, sowie auf Barbuda und Saint-Bartélémy. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, die ebenfalls schwer betroffene Insel Saint-Martin am Dienstag zu besuchen. Bereits am Sonntag hatte der niederländische König Willem-Alexander auf der Insel Curacao mit Opfern gesprochen.

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