Ausschlussgebiete freihalten
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht über die "Interessengemeinschaft für ein gerechtes Windkraftkonzept" vom 5. April schreibt ein Leser aus Tirschenreuth:

In der Stellungnahme von Harald Hertel kommt zum Ausdruck, dass er in Sachen Windkraftanlagen das beliebte Naherholungsgebiet im Osten der Stadt Waldsassen schonen will. Hertel dazu wörtlich: "In diesem Zusammenhang ist es vollkommen nebensächlich, ob hier irgendwo ein Schwarzstorch, ein Uhu oder sonst irgendwer brütet."

Solch leichtfertige Aussagen hätte ich nicht einmal von einem Windkraftinvestor erwartet. Als Mitarbeiter einer Naturschutzbehörde müsste Herr Hertel das Gesetz kennen und wissen, dass Brut- und Nahrungsgebiete des Schwarzstorchs, Rotmilans und Uhus sowie Nahrungsgebiete für den Weißstorch als Ausschlussgebiete gelten und deshalb grundsätzlich von Windkraftanlagen freizuhalten sind.

Mögen Herr Hertel und die Mitstreiter der "Interessengemeinschaft für ein gerechtes Windkraftkonzept" erkennen, dass die momentan bis zu 250 Meter hohen Windradmonster unsere intakte Natur- und Kulturlandschaft an jedem Platz zerstören. Was spielen da noch sogenannte Sichtachsen für eine Rolle, die als harte Bedingung verkauft nur die Bevölkerung ruhig stellen sollen?
Nur eine breite Gegnerschaft kann verhindern, dass es in zehn Jahren im Stiftland aussieht wie um Gattendorf bei Hof.

Karl Berr95643 Tirschenreuth

Stachel im Fleisch der Anwohner

Zur Versammlung des Naturparks Steinwald "Stachel im Fleisch der Schönheit" und dem Plädoyer gegen die Herausnahme von Flächen aus der Schutzzone schreibt eine Leserin aus Friedenfels:

Den Ausführungen von Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg zum Bau von Windrädern im Naturpark Steinwald und Umgebung kann ich nur voll und ganz zustimmen. Leider hält sich Baron von Gemmingen-Hornberg als Inhaber der Schlossbrauerei Friedenfels nicht an seine eigenen Ausführungen.

Wenn es um finanzielle Eigeninteressen geht, steht das Ruhebedürfnis, die Lärmvermeidung, die Zerstörung des Ortskerns durch massive Zunahme von Lkw-Verkehr (6 bis 22 Uhr) hintenan. Die "Chance, landschaftliche Schönheit, Unberührtheit und Ruhe" sollten auch für den staatlich anerkannten Erholungsort Friedenfels im Naturpark Steinwald gelten. Auch dazu gibt es eindeutige Richtlinien. Stattdessen wurde vor zwei Jahren der schönste alte Birnbaum der Gemeinde gefällt, ein intaktes Haus eingerissen, damit der Blick frei ist auf die Industrieruine Granitwerk.
Vielleicht wäre ein Ideenwettbewerb sinnvoll gewesen, damit sich alle Gedanken machen könnten, was mit so einem großen Grundstück innerhalb des Ortskerns geschehen könnte, nämlich umweltbewusst, ruhig und eines Naturparks würdig. Der Ort hat bisher in Frieden gelebt, die Einrichtungen (Zeltverleih, Getränkeauslieferung etc.) waren seit Jahrzehnten am Ortsrand angesiedelt und müssen jetzt aus nicht nachvollziehbaren Gründen in den Ortskern verlagert werden.

Auch der Ort Friedenfels ist Teil des Naturparks Steinwald. So wenig wie Windräder in oder in die Nähe eines Naturparks gehören, hat auch eine neue Industrieansiedlung im Ortskern von Friedenfels nichts verloren. Selber wohnt Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg sehr ruhig am Waldesrand und bekommt ja vom Lärm nichts mit. Dieser Lärm ist ein Stachel im Fleisch der Anwohner.

Sylvia Schraml95688 Friedenfels

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