27.11.2017 - 21:24 Uhr
Deutschland & Welt

Berliner Weihnachtsmarkt eröffnet ein Jahr nach Terroranschlag Buden und Betonbarrieren

Berlin. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat der Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche begonnen. Rund um den Platz wurden Betonbarrieren aufgestellt. Die Polizei kündigte verstärkte Präsenz und weitere, auch nicht sichtbare Maßnahmen an. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen in den Markt gerast, hatte zwölf Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) appellierte an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen, auch wenn alle wüssten: "Es kann keine absolute Sicherheit geben."

Zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts rund um die Berliner Gedächtniskirche hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen erhöht: Barrieren aus Beton sollen nun vor einem Anschlag schützen. Bild: Gregor Fischer/dpa
von Agentur DPAProfil

Inzwischen ist eine weitere Ermittlungspanne bekanntgeworden: Fotos, auf denen der Attentäter Anis Amri mit Waffen posiert, seien bei der Auswertung seines Handys wegen eines Datenfilters übersehen worden, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. Es handele sich vermutlich um eine Gas- oder Schreckschusspistole sowie um Stichwaffen.

Im Fall Amri gab es eine ganze Serie von Pannen. Ein Sonderermittler in Berlin hat in einem kürzlich vorgestellten Bericht zahlreiche behördliche Versäumnisse festgestellt und eine schlechte Zusammenarbeit der Behörden in ganz Deutschland gerügt. Amris Mobiltelefon war Monate vor dem Anschlag beschlagnahmt und im nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA) ausgewertet worden. Darauf seien über 12 000 Mediendateien gespeichert gewesen. Wegen einer Filtereinstellung seien Fotos mit schlechter Qualität nicht gesichtet worden, darunter sieben Bilder, die Amri mit Waffen zeigen. "Hier ist ein Fehler passiert, der nicht hätte passieren dürfen", sagte Reul. Ob dies zu einer anderen Einschätzung Amris geführt hätte, könne er nicht sagen. Für einen Haftbefehl hätten die Fotos nicht gereicht. Die Daten hätten allerdings nicht nur dem LKA in Nordrhein-Westfalen, sondern auch dem Berliner LKA und dem Bundeskriminalamt vorgelegen. Was dort mit ihnen geschehen sei, wisse er nicht, sagte Reul.

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