16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bewegung im Mittelfeld

Familienväter und Firmenfahrer aufgepasst: Nachdem sich die Autobauer in der jüngsten Vergangenheit vor allem auf SUVs, Vans und Nischenmodelle konzentriert haben, rückt nun die Mittelklasse wieder in den Fokus.

Jaguar will den XE als Nachfolger des X-Type im Rahmen des Pariser Autosalons im Oktober vorstellen. Bild: Jaguar
von Autor TGProfil

Das offensive Mittelfeld hat im Fußball eine wichtige Funktion. Das gilt auch auf dem Automarkt: Die von Familienvätern und Firmenfahrern dominierte Mittelklasse ist und bleibt eines der größten Segmente. Wurde sie in den vergangenen Jahren von den Herstellern zugunsten von Crossovern, SUVs und Großraumlimousinen, Kleinwagen und Nischenmodellen beinahe sträflich vernachlässigt, starten in den nächsten Monaten viele neue Limousinen und Kombis, die das Mittelfeld aus der Defensive führen sollen.

Die Rolle des Spielmachers übernimmt dabei VW mit dem neuen Passat . Die achte Generation des Motors im Mittelfeld feiert im Oktober auf dem Pariser Autosalon Publikumspremiere und kommt kurz danach in den Handel (wir berichteten). Die direkte Konkurrenz schläft nicht: Zwar hat Opel den Insignia erst im vergangenen Jahr aufgefrischt - der muss daher noch mindestens bis 2016 halten. Aber bei Ford steht der neue Mondeo in den Startlöchern (siehe Bildkasten oben).

Superb noch wertiger

Auch innerhalb des VW-Konzerns bekommt der Passat Konkurrenz: Bei Skoda spricht man bereits relativ offen über den nächsten Superb, der im Frühjahr 2015 auf dem Genfer Autosalon enthüllt wird und schon bisher als Passat für Preisfüchse gilt. Die neue Generation wird laut Skoda-Chef Winfried Vahland "noch deutlich vornehmer". Und Audi bereitet den Generationswechsel beim A4 vor - ein Stammspieler mehr im Mittelfeld. Mit der Premiere ist ebenfalls in Genf zu rechnen.

Obwohl der VW-Konzern in der automobilen Mittelklasse eine ähnliche Dominanz hat wie der FC Bayern München in der Nationalmannschaft, gibt es weitere wichtige Mitspieler: Aus der deutschen Oberliga hat neben dem 3er BMW auch noch die Mercedes C-Klasse ihren Stammplatz im Mittelfeld, deren neu aufgelegte Kombivariante im September für mindestens 35 224 Euro zu den Händlern kommt. Dazu gesellen sich neue Auswärtsspieler: Jaguar etwa meldet sich nach über zehn Jahren Pause mit dem neuen XE im Mittelfeld zurück. Das Einstiegsmodell beerbt den glücklosen X-Type, ist aber diesmal kein aufgehübschter Ford Mondeo, sondern laut Technikchef Wolfgang Ziebart eine Neuentwicklung. Die erste komplett aus Aluminium gefertigte Mittelklasselimousine debütiert im Oktober in Paris, der Marktstart soll im Frühjahr 2015 erfolgen. So viel verrät Ziebart schon mal: "Die sparsamste Version hat einen CO2-Ausstoß von weniger als 100 Gramm pro Kilometer, und die schnellste erreicht über 300 km/h."

Franzosen greifen an

Peugeot hat sein Flaggschiff 508 überarbeitet und Limousine und Kombi neben frischer Schminke LED-Scheinwerfer und einen großen Touchscreen im renovierten Cockpit spendiert. Citroën arbeitet auch an einer großen Limousine, die aber nicht den Doppelwinkel tragen wird: Sie kommt als DS. So ist das eben, wenn das Mittelfeld in die Offensive geht: Dann lässt der Aufstieg nicht lange auf sich warten.

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