06.12.2017 - 21:50 Uhr
Deutschland & Welt

Britische Polizei nimmt zwei Verdächtige fest Anschlag gegen May vereitelt

London. Terror und kein Ende: Britische Sicherheitsbehörden haben einen Terroranschlag auf Premierministerin Theresa May verhindert. Das bestätigten Justizkreise am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Zwei junge Männer, die nach Polizeiangaben bereits am 28. November festgenommen wurden, mussten am Mittwoch vor Gericht erscheinen.

Die britische Premierministerin Theresa May soll Ziel eines geplanten Terroranschlags gewesen sein. Archivbild: Stefan Rousseau/dpa
von Agentur DPAProfil

Bei dem vereitelten Anschlag wollte einer der Männer den Angaben zufolge durch eine Bombenexplosion Chaos auslösen und sich so Zutritt zum schwer bewachten Regierungssitz Downing Street verschaffen. Anschließend sollte den Angaben zufolge May getötet werden. Dafür habe sich der Mann eine Sprengstoffweste und ein Messer zugelegt. Der andere Verdächtige soll ihn bei den Plänen unterstützt haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um Naa'imur Zakariyah Rahman (20) aus dem Norden Londons und Mohammed Aqib Imran (21) aus dem Südosten Birminghams. Rahman wollte demnach die Tat ausführen. Die Stadt Birmingham und ihr Umland gelten als Schwerpunkt der radikalen Islamistenszene neben dem Großraum Manchester und Teilen Londons. Scotland Yard hatte zwar die Festnahme der beiden Männer wegen Terrorverdachts am vergangenen Dienstag bekannt gegeben, zunächst aber keinen Zusammenhang zum geplanten Anschlag auf May hergestellt. Ein Regierungssprecher wollte den Vorfall nicht kommentieren. Es handele sich um laufende Ermittlungen, sagte er auf Anfrage.

Über den geplanten Anschlag soll der Chef des Inlandsgeheimdienstes MI5, Andrew Parker, am Dienstag das Kabinett unterrichtet haben. Er hatte dort eine Bilanz über die Terror-Entwicklung in Großbritannien präsentiert: Insgesamt wurden demnach in den vergangenen zwölf Monaten in Großbritannien neun Terrorattacken verhindert.

Parker hatte erst vor wenigen Wochen in einer Rede betont, dass die Gefahr durch islamistische Terroristen in Großbritannien so groß wie nie zuvor sei. Es gebe einen "dramatischen Anstieg an Bedrohungen". Triebfeder sei die "mörderische Strategie" der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ihre Online-Propaganda. Der Inlandsgeheimdienst führt derzeit 500 Ermittlungen durch, die 3000 Extremisten betreffen.

Dass ausgerechnet die Downing Street jetzt als Ziel ausgesucht wurde, ist verwunderlich: Denn die Sicherheitsvorkehrungen dort wurden in den 1970er und 1980er Jahren erheblich verschärft. Grund war vor allem die Furcht vor Attacken der irischen Terrororganisation IRA.

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