Busfahrer im Alltagsstress
Leserbrief

Zum Artikel "Von der Heimfahrt ausgeschlossen vom 26. April und "Schüler bleiben stehen" vom 27. April schreibt ein Leser:

Ich war bis vor 3 Jahren Kontrolleur im öffentlichen Nahverkehr, über 11 Jahre als solcher im Stadtgebiet von Weiden tätig und kann Ihnen aus der Praxis berichten. Sicherlich hat der Fahrer eine Verfehlung begangen, die es nicht wegzudiskutieren gilt. Auch Herr Wies gibt dies in seiner Stellungnahme vom 26. April ohne Umschweife zu. Nur muss ich auch für die Fahrer im Alltagsstress eine Lanze brechen. Gerade was den Schülerverkehr zu meiner Zeit betroffen hat.

Ich habe vom Kopieren von Fahrscheinen und Weiterverkauf unter Schülern bis zum Überstreichen von Fahrscheinen mit Wachs (Stempelzahlen kann man so wieder auswischen) alles erlebt. Fahrscheine, die mehr als ein Jahr abgelaufen waren, konnte ich sicherstellen. Von all den teilweise auch unter die Gürtellinie gegangenen Aussagen ("Penner", "alter Depp" oder "Opa, setz' dich doch in den Sarg") ganz zu schweigen! Schülerbegleiterinnen von einer Grund- und Hauptschule wurden belästigt und mit teilweise mit nicht zitierfähigen Sprüchen belästigt, so dass Sie nach kurzer Zeit ihre Tätigkeiten wieder einstellten. Alles schon dagewesen!
Jeder Fahrer hat nicht die Zeit, dies immer hundertprozentig zu kontrollieren, schließlich muss er auch seinen Fahrplan einhalten. Ich will dadurch das Fehlverhalten dieses einen Fahrers in keinster Weise in Schutz nehmen. So wie ich Herrn Wies kennen und schätzen gelernt habe, wird er den entsprechenden Fahrer auch mit der geeigneten Maßregelung belegt haben.

Nur, zur Aussage des Herrn Wagner vom 27. April kann ich kein Verständnis aufbringen. Wenn sein Sohn schon nicht die Wertmarke eingeklebt hat, so muss sich auch Herrn Wagner den Vorwurf gefallen lassen, dass am 27. (!) des Monats diese immer noch gefehlt hat. Ein kurzer Blick auf den Fahrschein hätte genügt, um den Mangel abzustellen. Dies hätte wesentlich weniger Zeit in Anspruch genommen, als einen Brief ans Kultusministerium zu schreiben. Hätte er die Beförderungsbestimmungen für den Schülerverkehr durchgelesen, so wüsste er, was das Recht und das Gesetz aussagen.

Nochmals: Ich will dieses Fehlverhalten in keinster Weise kleinreden, nur die Bitte aussprechen: Ein bisschen gegenseitiges Verstehen ist oft mehr wert als 1000 Worte in der Öffentlichkeit. Wie heißt es doch so schön: "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen."

Heinz SauerhammerWeiden

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.