30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Cupra-Liebe Fahrbericht Seat Leon Cupra 280

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Die Paddel für den Spaß, das Radar für entspanntes Vorwärtskommen: Wir haben den Leon Cupra nach Oberösterreich entführt, um zwei Dinge zu testen: Wie schlägt er sich auf der Autobahn, und wie sind seine Wedel-Qualitäten im an Kurven reichen Nachbarland?

Kapitel 1, Autobahn: Der Löwe im Kätzchenfell (sieht aus wie ein Golf-Bruder, hat aber 280 PS unter der Haube), brummelt gemütlich vor sich hin. Tempo 180 bedeuten quasi Standgas; das Sechs-Gang-DSG zieht ruck- und schlucklos die Fahrstufen rein, der Cupra schlürft die linke Fahrspur auf. Bis zum ersten Stau. Und der dauert. Jetzt kommt ein Feature zum Einsatz, das nicht sportwagentypisch, aber extrem hilfreich ist: Das Abstandsradar (560 Euro), das sich an den Vordermann heftet und mit diesem beschleunigt und bremst, ohne dass der Pilot die Pedale berühren muss; und das geht vom Schritttempo bis 160 km/h - und umgekehrt. Ein Segen, zumal der Spurassistent auch noch aufpasst, dass man nicht vom rechten Weg abkommt.

Kapitel 2, Landstraße: Der Cupra kommt mit verschiedenen Fahrprogrammen, und nach "Comfort" auf der Autobahn, schalten wir nun auf "Cupra" um, die scharfe Variante. (Es gibt auch noch "Sport" und "Individuell".) Der Motor dreht jetzt höher, das harte Fahrwerk wird noch härter, die Lenkung noch direkter. Der Soundgenerator prazzelt auch eifrig mit, und jetzt beginnt der Spaß. Weil wir in Austria sind, erlauben wir uns den Vergleich mit einer Piste: Das durchkurven der Strecke ist wie carven auf Skiern. Das Spiel mit dem Gas und das Rauf- und Runterschalten mit den Paddeln am Lenkrad lassen den Cupra - begleitet von Zwischengastönen - durch die Landschaft wedeln, dass es eine wahre Freude ist. Gut, dass es keinen Beifahrer gibt, der Magengrimmen anmelden könnte. Der Leon Cupra stößt als Fronttriebler doch irgendwann an konzeptionelle Grenzen. Auf trockener Fahrbahn belässt er es beim schnellen Beschleunigen aus Spitzkehren noch bei sanften ESP-Eingriffen, bei etwas weniger Grip - etwa bei Regen - tut er sich aber schon schwer, die gesamte Leistung in Vortrieb umzusetzen. Dafür zeigt er sich mit einem Preis von wenig über 30 000 Euro (Dreitürer in der etwas schwächeren 265-PS-Version) konkurrenzlos günstig und durchaus alltagstauglich. Der Fünftürer ist praktisch wie ein Familienwagen und selbst der Verbrauch kann auf Werte um die sechs Liter gedrückt werden. In der Theorie. In der Praxis lauern Autobahn und Landstraßen. Überall.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.