27.04.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Sternenhimmel im Mai 2018 Helle Planeten

In den Mainächten sehen Himmelsgucker eine hübsche Planetenparade von Venus, Jupiter und Mars. Frühaufsteher können sich auch noch über den Sternschnuppenstrom der Aquariden freuen.

von Agentur DPAProfil

Nur wenige Minuten nach Sonnenuntergang leuchtet am noch hellen Westhimmel im Mai ein Lichtpunkt auf - die Venus. Noch lange bevor in der zunehmenden Dunkelheit die Sterne erscheinen, sieht man in der fortschreitenden Abenddämmerung unseren inneren Nachbarplaneten. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang glänzt dann Venus als helles Gestirn am Westhimmel. Der Abendstern, so nennt man Venus gerne, obwohl sie gar kein Stern ist, wird im Laufe des Monats zu einem auffälligen Gestirn. Am 17. passiert die schmale Sichel des zunehmenden Mondes die Venus, ein netter Anblick über dem Nordwesthorizont. Gegen 23 Uhr geht der Abendstern dann unter.

Nach Untergang der Venus beherrscht Jupiter als hellster Planet den Nachthimmel. Am 9. Mai steht er der Sonne gegenüber. In Oppositionsstellung geht Jupiter zu Beginn der Nacht im Südosten auf, erreicht nach Mitternacht seine Höchststellung im Süden und geht zu Tagesanbruch im Südwesten unter.

Mars prägt die zweite Nachthälfte. Seine Helligkeit verdoppelt sich im Laufe des Monats, da die Erde sich anschickt, den Roten Planeten zu überholen und ihm dabei immer näher kommt. Die geringste Entfernung wird Ende Juli erreicht. Nach Untergang der Venus ist Mars zweithellster Planet am Himmel. Am 22. beginnt auf der Mars-Nordhalbkugel der Herbst. Da die Marsachse ähnlich wie die Erdachse zu seiner Umlaufebene geneigt ist, kommt es auch auf unserem äußeren Nachbarplaneten zu Jahreszeiten. Sie dauern allerdings jeweils doppelt so lange wie auf der Erde, da Mars zwei Jahre benötigt, um die Sonne zu umrunden.

Saturn im Sternbild Schütze taucht in der zweiten Nachthälfte im Südosten auf. Der Ringplanet verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Anfang Mai geht er eine Viertelstunde nach ein Uhr nachts auf, zu Monatsende bereits wenige Minuten nach 23 Uhr. Neumond tritt am 15. exakt um 13.48 Uhr ein. Den voll beleuchteten Erdtrabanten sieht man am Abend des 29., wobei die exakte Vollmondposition bereits um 16.20 Uhr an diesem Tag erreicht wird. Am 6. hält sich der Mond mit 404 460 Kilometer in Erdferne auf. Seinen erdnächsten Bahnpunkt passiert er am 17., wobei er bis auf 363 780 Kilometer an unseren Heimatplaneten herankommt.

Den gesamten Mai über flammen die Sternschnuppen der Aquariden auf. Beobachtbar sind sie am Morgenhimmel vor Dämmerungsbeginn. Der Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Wassermann. Im Schnitt sind etwa 20 Meteore pro Stunde zu erwarten. Maximum ist am 6. Mai, wo bis zu 60 Exemplare pro Stunde über den Himmel flitzen.

Hoch am Himmel, fast im Zenit, erblickt man am späten Abend gegen 23 Uhr den Großen Wagen. Am Westhimmel neigt sich der Löwe dem Horizont zu. Knapp über dem Westhorizont erkennt man noch Kastor und Pollux, die beiden hellen Zwillingssterne. Im Süden passiert gerade die Jungfrau mit der bläulichen Spica die Mittagslinie. Es folgt Bootes, der Rinderhirte, mit dem hellen Arktur. Die Sonne nähert sich ihrem Höchststand, den sie erst im Juni erreicht. Am 21. tritt sie um 3 Uhr morgens in das Tierkreiszeichen Zwillinge.

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