20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ein Aprilscherz für die Amberger und Luftblasen für den Landkreis Schwandorf

von Redaktion OnetzProfil

Zum Wunsch, den Sitz der Regierung nach Amberg zu verlegen:

Millionen-Förderungen für Nordostbayern ein Luftpaket? Gerne lese ich Ihre Zeitung. Bei dem Bericht, die Regierung der Oberpfalz nach Amberg zu verlagern, war meine erste Reaktion, ob die Amberger Bürger wieder in den April geschickt werden ...

Zumindest ein Blick aus dem Fenster und die warmen Temperaturen bestätigten, dass es Hochsommer ist und nicht Monat April. Wenn ich mich erinnere, schickte einst Alt-Oberbürgermeister Prechtl die Bürger wegen eines U-Bahnbaus in Amberg in den April. Der nächste Aprilscherz war der Verkauf des Bundeswehrkrankenhauses an die Golden Gate, was sich als Luftblase herausstellte. Golden Gate ist kein Klinikkonzern, sondern ein Immobilieninvestor. Schon mit gesunden Menschenverstand wäre bei der Übernahme des Bundeswehrkrankenhauses erkennbar gewesen, dass Golden Gate nicht die Kompetenz besitzt, Kliniken zu betreiben bzw. zu leiten.

Die Ausrede, dass das Bundeswehrkrankenhaus wegen des Landesbetten-Plans nicht weiter zu betreiben gewesen wäre, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es hätte Wege gegeben, dort ein Rehazentrum mit mehreren medizinischen Disziplinen einzurichten. Nur da hatten die Amberger Angst, dass vielleicht das Klinikum St. Marien Konkurrenz bekommen könnte. Realistisch gesehen betrachtet, ist das Klinikum St. Marien eine Akut-Einrichtung und keine Reha-Einrichtung. Beide wären in keinster Weise in Konkurrenz gestanden. Vielmehr hätte solch eine Einrichtung standhafte, solide Arbeitsplätze auf höchstem Niveau geschaffen. Stattdessen werden in Amberg Wohnungen und Reihenhäuser gebaut. Doch was nützen teure Wohnanlagen, wenn Kasernen schließen, Behörden abgebaut bzw. verlagert werden und nur noch Grammer und Siemens die größten Arbeitgeber sind?

Die nächste Luftblase ist der Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Prag und der dazugehörige S-Bahnbau von Hartmannshof nach Amberg. Wer von Nürnberg über die B 14 Richtung Sulzbach fährt, sieht die Bahnstrecke Nürnberg-Prag bis Hartmannshof also bis zur Grenze der Regierungsbezirke Mittelfranken/Oberpfalz mit einer Oberleitung überspannt. Exakt ab der Oberpfalz kann die E-Lok nur noch mit Akku ein par Kilometer weiterfahren, dann müsste sie mit einer Diesellok zurückgeschleppt werden. In Norddeutschland zum Beispiel verbindet eine S-Bahnlinie (S5) Hannover mit Paderborn und somit die Bundesländer NRW und Niedersachsen.

Nun ist Geld da und Geld für die Stärkung der strukturschwachen Regionen Oberpfalz und Oberfranken. Dem Bericht zur Folge, erhält die Boomtown Regensburg das größte Stück des Kuchens. Gut ausgestattet ist noch Weiden, ein wenig bekommt Amberg, was es wieder mit Weiden zu teilen hat und der Verlierer des Ganzen ist der Großlandkreis Schwandorf. Es ist lachhaft, dass in die Gegend, die es am meisten bräuchte, kein einziger Cent fließen wird. Dort ist wenig ÖPNV, das Klinikum Oberviechtach nagt am Hungertuch und das Krankenhaus Nabburg wurde ganz geschlossen.

So freut es mich wenigstens, dass Amberg noch ein Luftmuseum hat, vielleicht hat der Museumsdirektor die Möglichkeit, all diese Luftblasen zu verpacken und nach vielen 100 Jahren kommen Archäologen, schneiden die Verpackung der Luftblasen auf und es besteht dann noch die Möglichkeit, dass doch irgendwann einmal einige Luftblasen Realität werden könnten.

Magnus Meier, 92224 Amberg

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