Einfach nur herzlos
Briefe an die Redaktion

Zu dem Artikel "Hohn für Behinderte" in der Ausgabe vom 27./28. April 2013:

Johann Hecht vom VdK Kümmersbruck hat endlich ein Thema aufgegriffen, daß es auch anzupacken gilt. Nach einer großen Operation am Herzen vor sieben Jahren und mehreren Eingriffen nach Krebserkrankungen habe ich einen Behinderungsgrad von 100 Prozent plus dem "G" (Dieses sogenannte Merkzeichen bedeutet, dass die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist. Anm.d.Red.).

Ich kann aufgrund der schwachen Herzleistung kaum gehen, jede geringe Ansteigung bringt mich zum stoppen. Einen Parkplatz in der Nähe meines Arztes zu finden, ist erst gar nicht möglich, wenn sich die Praxisräume - wie in meinem Fall - im "Wöhrl Plaza" befinden. Ganz kritisch und äußerst schwierig zu bewältigen ist für mich die Situation, wenn meine an Demenz erkrankte Mutter im Auto sitzt und zum Arzt gebracht werden muss. Ihr Behinderungsgrad liegt bei 60 Prozent und wegen zwei operierten Knien wird auch ihr das Merkzeichen "G" zugestanden.
Ich würde jedem gerne demonstrieren, wie das Parken, Ein- und Aussteigen sowie Gehen zum Doktor in der Realität aussieht. Befindet sich ein Behinderten-Parkplatz in der Nähe - oftmals auch zwei oder drei - sind sie leer, wir dürfen sie aber nicht benutzen. Tun wir es aus Verzweiflung trotzdem, müssen wir gnadenlos 30 Euro Strafe bezahlen. Strafe von einer mageren Rente und weil man mit schweren Krankheiten bestraft ist. Warum kann man dieses Gesetz nicht ändern.Dafür könnte sich beispielsweise der VdK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Spies einsetzen. Gute Vorschläge und Veränderungen können doch durchaus auch aus Amberg kommen. Interessieren würde mich, wie viele Bürger mit "aG"-Ausweisen (außergewöhnliche Gehbehinderung, Anm.d.Red.) es in Amberg und dem Landkreis gibt. Wahrscheinlich hat jeder seinen eigenen Parkplatz, wenn sie sich zeitgleich auf den Weg nach Amberg machen.

Das wäre auch einmal eine Diskussion in den Kommunen wert, statt die Verkehrsüberwachung loszuschicken, um Geld einzusammeln. Wo bleibt da das soziale Miteinander? Selbst wenn man einen Verkehrsüberwacher auf die sichtbare Situation anspricht und der sich überzeugen kann, dass man keine Märchen erzählt, habe ich schon erleben dürfen, dass ich mit 15 Euro für den Stadtsäckel abgestraft wurde. Ich nenne das herzlos, von sozial kann keine Rede sein.

Maria Rubenbauer,Ebermannsdorf-Pittersberg
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