Einsatzkräfte demonstrieren gegen Gewalt
"Wir sind eure Retter"

Mario Müller von der Flughafenfeuerwehr Frankfurt und sein dreieinhalbjähriger Sohn Arne auf der Demo für mehr Respekt und gegen Gewalt bei Einsätzen. Bild: Andreas Arnold/dpa

Frankfurt. Sie wollte helfen und wurde angegriffen: Kira Farnung ist Rettungssanitäterin in Hessen und hat die zunehmende Gewalt an Einsatzkräften am eigenen Leib zu spüren bekommen. Sie sei mit einer Kollegin von einem Mann attackiert worden, erzählt die 25-Jährige am Samstag in Frankfurt, während sie mit weiteren 250 Einsatzkräften demonstriert. Ihr eindringlicher Appell: Sanitäter und Feuerwehrleute, aber auch verletzte Menschen zu respektieren, nicht zu behindern oder gar anzugreifen.

Das Motto der Demonstration: "Hände weg! Wir sind eure Retter". In den vergangenen drei bis vier Jahren habe die Rücksichtslosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Rettungskräften spürbar zugenommen, berichtet Arno Dick, Fachgruppenleiter bei Verdi. Seine Gewerkschaft hat zu dem Protestzug aufgerufen. Die Hemmschwelle zu Angriffen sei bei vielen Menschen gesunken. "Die verbalen Angriffe kann ich kaum noch zählen, die sind an der Tagesordnung", erzählt Kira Farnung. Ihr Beruf mache ihr aber immer noch Spaß, denn es gebe auch viele gute Momente. Zu manchen Einsätzen fahre sie jedoch inzwischen schon mit einem unguten Gefühl, etwa wenn größere Gruppen oder Betrunkene gemeldet würden.

Auch andere Teilnehmer berichten von zunehmender Gewaltbereitschaft, immer niedrigeren Hemmschwellen und mangelndem Respekt. Mario Müller, Feuerwehrmann der Frankfurter Flughafenfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg, kritisiert Gaffer und Menschen, die Einsätze behindern: "Die Leute wollen dichter dran sein als die Einsatzkräfte selbst."
1 Kommentar
81
Franz Wölfl aus Mitterteich | 26.02.2018 | 09:30  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.