Erbeben im Iran; Betroffene hadern mit offizieller Unterstützung
Ruhani sagt rasche Hilfe zu

Eine Frau trauert im iranischen Sarpol-E-Zahab nach dem schweren Erdbeben, bei dem mehr als 400 Menschen starben. Bild: Vahid Salemi/dpa

Nach dem Erdbeben im Iran hadern viele Betroffene mit der offiziellen Unterstützung. Präsident Ruhani will nun rasch helfen. Das ist auch dringend nötig, denn viele Häuser sind zerstört. Zudem wird es immer kälter.

Sare Pole Sahab/Kermanschah. Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Menschen in der Kermanschah-Provinz einen raschen Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben zugesagt. "Heute stehen alle Iraner hinter Kermanschah, und wir werden alles tun, damit die Menschen hier diese Tragödie schneller vergessen können", sagte er am Dienstag nach seiner Ankunft im Katastrophengebiet.

Die Regierung in Teheran werde alles tun, damit die vom Beben betroffenen Städte rasch wieder aufgebaut werden können. "Unser Fokus sind Wohnkomplexe, da müssen wir den Menschen beim Aufbau besonders zur Seite stehen", sagte Ruhani, der sich vor Ort ein Bild machen wollte.

Laut jüngsten offiziellen Angaben kamen nach dem Erdstoß der Stärke 7,3 in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak 432 Menschen ums Leben. Außerdem wurden fast 7900 Verletzte gezählt. Die meisten Todesopfer gab es auf der iranischen Seite der Grenze. Trotz der Kälte verbrachten viele Menschen in der Provinz die Nacht angesichts von mehr als 200 Nachbeben im Freien.

In Sare Pole Sahab haben viele Stadtteile immer noch keinen Strom, kein Gas und kein Wasser. Außerdem sollen die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt fallen. Aber noch haben viele kein Zelt. Nach Ansicht vieler Einwohner wurden die Zelte in den Erdbebengebieten nicht gerecht verteilt. Sowohl die Menschen als auch die Behörden in Kermanschah sind offenkundig nicht zufrieden mit der Hilfe aus Teheran, hoffen jedoch, dass sich das nach Ruhanis Besuch ändert. Laut Außenminister Mohamed Dschawad Sarif will der Iran vorerst auf internationale Hilfe verzichten.
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