06.04.2018 - 20:40 Uhr
Deutschland & Welt

Erstes warmes Wochenende des Jahres Leidenszeit für Allergiker

Das erste wärmere Wochenende im Jahr kann auch Nachteile haben. Wer auf Birkenpollen stark allergisch ist, wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich wenig Freude draußen haben.

von Agentur DPAProfil

Berlin/Oberstdorf. Viel Schnee, Minusgrade und oft strahlend schönes Wetter - die Skisaison ist so gut gelaufen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Bei Sonnenschein und noch immer guten Pistenbedingungen endet an diesem Wochenende der Liftbetrieb in vielen Skigebieten in Bayern - während im Tal schon die Radler in Sommerkluft unterwegs sind, haben Skifahrer und Snowboarder eine letzte Gelegenheit für ein paar Schwünge im schon ziemlich weichen Schnee. Am Nebelhorn bei Oberstdorf und an der Zugspitze fahren die Lifte noch bis zum 1. Mai.

Der rasante Temperaturanstieg hat aber auch Schattenseiten. Das Aufblühen der Natur kann einigen Allergikern bis zu drei Leidenswochen bescheren. "Wir rechnen in wenigen Tagen in ganz Deutschland mit einem massiven Pollenflug bei der Birke", sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin. Durch die kalten Wochen im Februar und März habe sich die Blüte verzögert. Nun aber sei mit einer kleinen Explosion zu rechnen. "Und zwar bei allen Birken gleichzeitig, egal ob an sonnigen oder schattigen Standorten", ergänzt Dümmel.

Nur viel Regen kann helfen

Auf natürliche Weise könne Allergikern nur viel Regen helfen, der Pollen zu Boden drücke. "Danach sieht es aber in der nächsten Woche nicht aus." Birken können pro Kubikmeter Luft tausende Pollen freisetzen. In der Regel seien es auf diesem kleinen Raum 3000 bis 5000 Pollen, erläutert Dümmel. Sehr schlecht für Allergiker sei trockenes und windiges Wetter. Dann fliegen Pollen besonders gut. Die Birke blühe rund 20 bis 25 Tage lang, erläutert Dümmel. Von Hasel und Erle drohe dagegen kein Ungemach mehr. "Die sind jetzt mit ihrer Blüte durch", sagte Dümmel. Ab Mai beginne dann die Gräserblüte, die ebenfalls vielen Allergikern zu schaffen mache.

Dümmel rät Allergikern, die sehr stark auf Birkenpollen reagieren, zu Medikamenten. Sonst helfe es, vor dem Betreten von Innenräumen Schuhe und Jacke auszuziehen und möglichst im Eingangsbereich zu lassen. Kleidungsstücke von draußen sollten auf keinen Fall mit im Schlafzimmer liegen. Bei langen Haaren sei es ratsam, sie vor dem Schlafengehen zu waschen. "Damit verschwinden auch die Pollen", sagte Dümmel.

Waldbrandgefahr

Wegen der erwarteten warmen Temperaturen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor einer hohen Waldbrandgefahr im Freistaat. Bis Sonntag steige die Gefahrenstufe in weiten Teilen Bayerns auf 3, am Alpenrand sogar auf 4 von 5 an, sagte ein DWD-Experte am Freitag in München. Die Warnung gilt bis einschließlich Montag.

Die Temperaturen werden den Prognosen des DWD nach am Samstag zwischen 17 Grad an den Mittelgebirgen und 23 Grad am Untermain liegen. Am Sonntag könnte es sogar bis zu 25 Grad warm werden. Der Wind soll nur schwach wehen.

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