28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Es hätte andere Wege gegeben

von Redaktion OnetzProfil

Zur Fällung der Winterlinde in Großschönbrunn sollte dargelegt werden, dass es sich hier um eine Baumart handelt, die über 1000 Jahre alt werden kann. Da diese Linde erst 140 Jahre alt und somit sogar noch jung war, ist eine Erhaltung von solchen Naturdenkmälern durchaus zu unterstützen. Das Bild in der Zeitung hat vielleicht durch die Hohlstelle im Baumstumpf einige Personen in dem Glauben gelassen, dass dieser Baum morsch sein muss.

Nein, im Gegenteil, von einem Fachmann wurde im Nachhinein nochmals bestätigt: "Hohlwerden bei den Linden ist ein ganz normaler Prozess, hier bilden sich neue Stammwurzeln nach innen, die dem Baum eine neue Festigkeit geben. Die Linde hätte noch locker weitere Hunderte Jahre stehen können." Wenn die Linde laut Gutachten vom 1. April 2014 wirklich eine akute Gefahr für den Verkehr und Menschen dargestellt hätte, dann wäre der Baum schon im April 2014 umgehend gefällt worden.

Ein weiteres Abwarten hätte ansonsten eine akute Gefahr für Anlieger und Verkehr bedeutet. Das war aber nicht der Fall, da laut Gutachten die Gefahr für Personen und den öffentlichen Verkehr mit einem Rückschnitt von 25 bis 30 Prozent gebannt gewesen wäre. Den Baum nach drei bis fünf Jahren noch einmal nachzukontrollieren und eventuell bei Bedarf wieder nachzuschneiden, so laut Gutachten, wäre eigentlich kein riesengroßer Aufwand für eine Gemeinde, wenn das Vorhaben zusätzlich mit Spendengeldern unterstützt wird, wie die Vergangenheit bewiesen hat.

Diesen Baum zu kürzen, hätte nicht mehr Kosten verursacht, als das Fällen. Im Gegenteil, wahrscheinlich hätte es nur halb so viel gekostet. Einen neuen Baum zu pflanzen, verursacht wiederum Kosten, die im Endeffekt auch wieder der Bürger trägt. So ist also eigentlich nichts gespart.

Laut Naturschutzbehörde ist zum Schutz der Nistvögel, Fledermäuse usw. bis Ende September eine Baumfällung nur in akuten Fällen erlaubt. Anscheinend ging es hier wirklich nicht darum, den Baum zu erhalten, sondern ihn möglichst schnell loszuwerden, aus welchen Gründen auch immer.

Kerstin Wurzelbacher, Seugast

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